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Deutsche Bahnsperren: ÖBB sieht große Auswirkungen

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ÖBB-CEO Matthä kündigte großräumige Bahnumleitungen an
Die bereits bekannt gewordenen Bahnsperren aufgrund von Sanierungsarbeiten in Deutschland in den Jahren 2026 bis 2028 werden im Personen- und Güterverkehr in Österreich und besonders Tirol zum Teil massive Auswirkungen haben. Es kommt zu großräumigen Umleitungen, Schienenersatzverkehr und längeren Fahrzeiten. "Extrem belastend" werde die Sperre im ersten Halbjahr 2028 zwischen München und Rosenheim sein, räumte ÖBB-CEO Andreas Matthä am Dienstag in Innsbruck unumwunden ein.

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Diese "zweimonatige Totalsperre" werde "massive Auswirkungen" für die "zentrale Brennerachse" haben, betonte Matthä bei einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer. Auch Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) assistierte ihm: "Es ist eine große Herausforderung, aber es hätte auch viel schlimmer kommen können." Damit spielte Zumtobel darauf an, dass eine Reduktion der Sperre von ursprünglich geplanten sechs auf nunmehr zwei Monate im Jahr 2028 erwirkt worden war. "Eine sechsmonatige Sperre des Brennerkorridors wäre eine Katastrophe für den Güterverkehr auf der Schiene" gewesen, hatte Zumtobel gegenüber der APA erklärt.

Vor großen Herausforderungen stehen die ÖBB aber auch jetzt schon durch die bereits am 14. Juni begonnene Bahnsperre Passau-Obertraubling bei Regensburg, sagte Matthä. Das gelte auch für die 2027 kommende Sperre Freilassung-Rosenheim, die mit 8. Februar beginnen und aus aktueller Sicht bis 9. Juli 2027 anhalten werde. Letztere habe eine Gesamtsperre des sogenannten "Deutschen Eck" zur Folge, strich Matthä heraus. "Hier und bei anderen Strecken rächt sich jetzt, dass Deutschland seit Jahrzehnten zu wenig in die Bahninfrastruktur investiert hat", übte der ÖBB-CEO deutliche Kritik. Betroffen sei durch die Sperre des "Deutschen Eck" jedenfalls der gesamte Ost-West-Fernverkehr sowie der internationale Nord-Süd-Güterverkehr über den Brenner. "Hier wird deutlich, dass, wenn Deutschland einen Schnupfen hat, Österreich eine Grippe hat", meinte Matthä anschaulich.

Die Auswirkungen bei der aktuellen Sperre Passau-Obertraubling seien bereits sichtbar. So werden beispielsweise bis zu 120 Güterzüge über Salzburg umgeleitet oder eine zusätzliche Verbindung von Wien nach München über Salzburg angeboten. Rund um die Sperre ab Februar nächsten Jahres zwischen Freilassung-Rosenheim wiederum würden Züge zwischen Wien und München über Passau umgeleitet.

Züge von Wien nach Zürich und zurück wiederum würden zudem über Bischofshofen fahren. Auch einen Schienenersatzverkehr zwischen Salzburg und Kufstein/Innsbruck für Fernverkehrszüge werde es geben. Dadurch komme es insgesamt zu längeren Fahrzeiten. Diese Änderungen wolle die ÖBB stets "in enger Interaktion mit der Wirtschaft vermitteln und diese informieren", erklärte der ÖBB-CEO: "Es ist ja so, dass zum Teil Logistikströme anders geplant werden müssen."

Besonders das "Deutsche Eck" sei die "Achillesferse für Westösterreich", sagte schließlich Tirols Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ). Auch er kritisierte, dass von DB-Seite "jahrzehntelang zu wenig investiert" worden sei und nunmehr ein "riesiger Aufholbedarf" bestehe. "Die nächsten zwei Jahre werden eine riesige Herausforderung", sagte der Verkehrslandesrat, der zugleich um "Verständnis der Bevölkerung" warb, zumal die Infrastrukturarbeiten auf deutscher Seite unbedingt notwendig seien.

Dem schloss sich die ebenfalls an der Pressekonferenz teilnehmende Tiroler Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler (ÖVP) an. Es brauche "leistungsfähige Infrastruktur", die regelmäßig saniert werden müsse. Entscheidend für die Wirtschaft sei dabei "frühzeitige Information" und "Planungssicherheit". In Tirol gebe es nämlich viele Export-Betriebe, die darauf angewiesen seien.

Abseits der Sperren wurden bei dem Pressegespräch auch andere Bahn-Projekte thematisiert: Zum Beispiel der deutsche Nordzulauf für den Brennerbasistunnel (BBT). Während die Pläne des viergleisigen, rund 3,5 Mrd. teuren Ausbaus auf österreichischer Seite auf Schienen sind, gibt es für den Zulauf auf deutscher Seite noch kein grünes Licht. "Es geht um die Glaubwürdigkeit unserer Politik", zeigte sich Zumtobel verärgert und wollte den "Druck erhöht" wissen. Während in Österreich "Entscheidungen getroffen werden", werde in Bayern bzw. Deutschland gerade einmal "beraten", gab sich der Landesrat "richtig sauer".

Aber auch der Brennerbasistunnel an sich war kurz Thema. Zuletzt war eine verzögerte Inbetriebnahme des BBT im Jahr 2034 (statt 2032) im Raum gestanden. Matthä sagte dazu am Dienstag, dass man grundsätzlich an der Inbetriebnahme 2032 festhalte. Allerdings würden noch gewisse Risken bestehen, die eine Verschiebung um bis zu zwei Jahre notwendig machen könnten: "Das wird derzeit noch geprüft, ein Ergebnis liegt bisher nicht vor." Matthä gab damit im Prinzip dasselbe zu verstehen wie die Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE. Diese hatte im März angekündigt, im Laufe des heurigen Jahres ein aktualisiertes Bauprogramm vorzulegen. Eine angebliche Verschiebung auf 2034 wollte man jedenfalls definitiv nicht bestätigen. Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) bezeichnete den Zeitplan ebenfalls im März als "aktuell nicht gefährdet".

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