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Matthias Krapf: „Wer Anteil am Leben vor Ort nimmt, will wissen, was los ist“

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Matthias Krapf

©Franz Oss

Vom Start-up zum größten Newsroom Tirols, vom Bürostuhl aus der Wohnung zur Doppelrolle an der Spitze: Matthias Krapf über regionalen Journalismus, digitale Reichweite, neue Formate – und warum Medien nur dann Zukunft haben, wenn sie nah am Leben vor Ort bleiben.

1. Chefredakteur + Verlagsgeschäftsführer: Wo gibt es dabei Interessenkonflikte, was sind Vorteile?

Vorteile: überall, wo Richtung, Tempo und „Gemeinsam!“ gefragt sind. Für Interessenkonflikte gibt’s klare Regeln und den Hausverstand.

2. Vom Start-up-Pionier zur Platzhirsch-Führung: Was waren Ihre größten persönlichen Umstellungen?

Vor 25 Jahren brauchte ich bei der Recherche länger dafür, das Medium vorzustellen als mich selber. Und den Bürostuhl hatte ich von zu Hause.

3. Wie hat die Tageszeitungsredaktion Sie aufgenommen – den Digitalchef der Holding als Print-Macher?

Aufgeschlossen, herzlich, in Diskussionen durchaus auch einmal rustikal. Wie es sich für den größten Newsroom Tirols gehört.

Social Media = zusätzliche Reichweite außerhalb des Kernpublikums + ein super Ort für Experimente in Storytelling und Formatentwicklung.

Matthias Krapf

4. Als Sie zur MoHo kamen, wurde Twitter gegründet. Wie sehr beeinflusst Social Media Ihre Strategie?

Social Media = zusätzliche Reichweite außerhalb des Kernpublikums + ein super Ort für Experimente in Storytelling und Formatentwicklung.

5. Wie lässt sich digitaler Journalismus dauerhaft finanzieren? Sehen Sie ein Geschäftsmodell dafür?

Einfache Antwort: mit Erlösen aus Abos und Werbung. Im Detail wird’s dann komplizierter.

6. Welche besonderen Chancen und Risken liegen in der regionalen Medienorientierung für die Zukunft?

Chance: Wer Anteil am Leben vor Ort nimmt, will wissen, was los ist. Risiko: Journalismus als Massenware ohne Gesicht, Herz und Hirn.

7. Was tragen die neuen digitalen Kanäle wie Newsletter und Podcasts zum Gesamtergebnis der TT bei?

Monetär noch nichts. Das wird sich ändern.

8. Von Tirol live zu TT-Shorts: Das Bewegtbildangebot wirkt in der Experimentierphase. Land in Sicht?

Kommt drauf an, in welche Richtung man schaut. Wir sind noch in Küstennähe. Mit den Shorts hat das Tretboot immerhin ein Segel bekommen.

© Franz Oss

Steckbrief

Matthias Krapf

Matthias Krapf, 46, hat beim Innsbrucker Stadtmagazin „6020“ Erfahrungen mit einem Medien-Start-Up gesammelt, ehe er 2006 zum regionalen Marktführer Moser Holding wechselte. Dort wurde er 2018 Digitalchef, 2023 Chefredakteur der „Tiroler Tageszeitung“ und ist nun zudem ihr Verlagsgeschäftsführer.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 03/2026 erschienen.

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