ORF-Manager Martin Biedermann über Vertrauen, Konkurrenz durch Big Tech – und warum Gebührenzahler wissen sollen, was sie bekommen.
1. Eine Ihrer ersten beruflichen Stationen war News. Welche Erinnerungen haben sie an das Magazin?
Galaxy Tower 1998: Aufbruchstimmung bei Fellners – Format und Antenne am Start, News war eine Macht. Nach Bank-Traineeprogramm: Kulturschock
2. Sie arbeiteten auch schon für Pro Sieben und ATV. Was haben Sie vom Privatfernsehen mitgenommen?
Kirch & Kloiber: konservative Pioniere. Pro7 war Cashcow und ATV Start-upSpirit. Gelernt viel – aber ORF damals wie heute spannender.
3. Wie hat sich das Verhältnis des ORF zu Privatmedien seit Ihrem Wechsel vor fast 18 Jahren verändert?
Damals Streit um Geldabfluss in deutsche Werbefenster. Heute mehr privates Angebot und Kooperation – das große Geld geht leider an BigTech.
4. Es gibt immer wieder Kritik an zu viel Cross Promotion im ORF-Programm: Wozu ist das notwendig?
Wer zahlt, darf wissen, was er bekommt. Über unser multimediales Angebot zu informieren, sollte selbstverständlich sein.
Eine Volksabstimmung würden wir gewinnen
5. Welche Rolle spielt die politische ORF-Kommunikation neben Olympia, Song Contest und Fußball-WM?
Lagerfeuer-Programm-Events zeigen, wozu wir da sind. Politisch hilft das – erklären und legitimieren müssen wir uns trotzdem täglich.
6. Wie ist der ORF auf Initiativen zur Kürzung der Haushaltsabgabe wie in der Schweiz vorbereitet?
In manchen Gruppen haben wir ein Vertrauensthema. Daran arbeiten wir. „ORF für alle“ ist Haltung. Eine Volksabstimmung würden wir gewinnen.
7. Sie werden als künftiger ORF-Generalsekretär gehandelt: Was wäre der größte Unterschied zu jetzt?
Wenn viele Namen kursieren, zeigt das die Relevanz des ORF. An Personalspekulationen beteilige ich mich nicht.
8. Als Rapid-Beirat haben Sie mit Präsident Wrabetz zu tun. Wie hat sich Ihr Verhältnis verändert?
Freundschaftlich verbunden. Uns eint Leidenschaft für ORF und Rapid – zwei Institutionen, die Identität stiften und niemanden kalt lassen ;-)
Steckbrief
Martin Biedermann
Martin Biedermann, 53, jobbte nach BWL-Studium bei Bank Austria und News und arbeitete für Pro7 und ORF-Marketing, bevor er als Marketingchef zu ATV wechselte. 2008 kehrte er als Büroleiter des Generaldirektors in den ORF zurück. Seit 2010 leitet er dessen Kommunikation und Marketing
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 11/2026 erschienen.







