Die Filmproduzentin und Gründerin des Vereins „Ein Versprechen für die Republik“ spricht über Medienförderung, den Schutz der Demokratie und Lehren aus den USA. Und warnt vor politischer Selbsttäuschung.
1. 2024 baten Sie Mandatare zur Selbstverpflichtung gegen eine FPÖ-Regierungsbeteiligung. Erfolg?
Ein Versprechen für die Republik, das bisher gehalten hat: 254 Grüne Kandidierende, 187 SPÖ, 110 NEOS sagten zu. Aber nur drei von der ÖVP.
2. Nun kämpfen Sie mit „8 Tische für die 4. Gewalt“ für eine bessere Medienförderung. Zwischenstand?
Medienschaffende nehmen sich ihrer eigenen Sache an und die Politik beteiligt sich am Diskurs. Das ist ein Etappensieg.
3. Nach 3 Jahrzehnten USA sind Sie wegen Trump heimgekehrt: Sehen Sie hier Vorzeichen wie einst dort?
USA ließen sich von MAGA kapern. Ich teile Alfred Nolls Sorge vor der Arroganz der Bourgeoise, die meint, die Rechten mitnehmen zu können.
Meine Hoffnung ist das verstärkte Engagement der Zivilgesellschaft über die Kulturschaffenden hinaus
4. In den USA ist öffentlich-rechtlicher Rundfunk schwach, hier ORF stark. Wozu Privatmedien fördern?
Um ihnen bei der Transformation zu helfen. Das duale System zu stützen: Wo Öffentlich-Rechtlich stark ist, geht es den Privaten besser.
5. Sie sind Filmproduzentin. (Wie) hat sich das politische Engagement der Kulturschaffenden verändert?
Hat es sich? Meine Hoffnung ist das verstärkte Engagement der Zivilgesellschaft über die Kulturschaffenden hinaus.
6. Wenn Sie einen 140 Zeichen starken Wunsch an den Medienminister frei hätten, würde er wie lauten?
Nicht aufgeben. Die „geborgte Zeit“ nutzen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Journalismus und die Medien sturmfest zu machen.
7. Was schätzen/stört Sie am meisten an den USA und was an Österreich? Wo werden Sie letztlich bleiben?
Dort (und hier) die lautstark fehlende Empathie. Hier der schwache Glaube an ein neues Europa. Wo enden – weiß man sowas?
8. Ihr Vater ist ORF-Legende Gerd Bacher. Wie hilfreich und/oder hinderlich war das für Ihre Karriere?
Beides. Und ich vermisse die Auseinandersetzung mit ihm.
Steckbrief
Gabriela Bacher
Gabriela Bacher, 65, ist Filmproduzentin und Gründerin des Vereins „Ein Versprechen für die Republik“. Sie hat gemeinsam mit „Datum“-Verleger Sebastian Loudon „Acht Tische für die vierte Gewalt“ initiiert, ein vielschichtiges Projekt zur Neugestaltung der Medienförderung in Österreich.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 18/2026 erschienen.






