Nationalratswahl von

Wahlmotive: Kontrolle und Protest

Die FPÖ punktete bei Protestwählern, die SPÖ mit sozialen Themen. Der Überblick.

Wahllokal © Bild: APA/Robert Parigger

Zwei Meinungsforschungsinstitute haben im Vorfeld der Wahl erhoben, warum die Österreicherinnen und Österreicher für die unterschiedlichen Parteien gestimmt haben. So konnte die SPÖ erwartungsgemäß mit sozialen Themen punkten, die ÖVP mit "Wirtschaftskompetenz", die FPÖ bei Protestwählern und die Grünen mit der "Kontrolle von Missständen". Ein Überblick:

Für die Unterstützer der SPÖ war die Sozialkompetenz der Partei ein besonders wichtiges Wahlmotiv. Bei der Hajek-Umfrage findet sich "Soziales und Gerechtigkeit" mit 35 Prozent gleich an erster Stelle vor dem Parteiprogramm. 26 Prozent der roten Wähler gaben an, Stammwähler zu sein. Auch bei SORA meinten je über 70 Prozent, dass die Partei die "besten Konzepte" zu den Themen Arbeit, Pensionen und Wohnen/Miete habe. Je über drei Viertel nannten aber auch den Spitzenkandidaten und die bisherige Regierungsarbeit als Wahlmotive.

ÖVP aus Tradition

Wichtigstes Wahlmotiv für die ÖVP war laut der Hajek-Umfrage Tradition: 29 Prozent gaben an, Stammwähler zu sein, dahinter folgten Programm und Themen sowie die "Wirtschaftskompetenz" der Partei. Bei SORA fanden 76 Prozent der ÖVP-Wähler, dass ihre Partei die besten Konzepte zum Thema Wirtschaft habe. Dahinter folgten mit einigem Abstand Bildung/Schule sowie Arbeitsplätze.

FPÖ Partei für Österreicher

Die FPÖ wurde laut der Hajek-Umfrage von 39 Prozent ihrer Wähler dafür gewählt, dass sie eine "Partei für die Österreicher" sei. Auch das Protest-Motiv war mit 22 Prozent stark ausgeprägt. Dies lässt sich auch aus der SORA-Umfrage ablesen: Dort gaben die FP-Wähler gut doppelt so häufig wie jene der Koalitionsparteien an, mit der Reaktion Österreichs und der EU auf die Krise unzufrieden zu sein. Wichtigste Wahlmotive der FPÖ waren bei SORA ihr Spitzenkandidat und allgemein "das beste Programm".

Grüne: Umweltschutz, nicht Anti-Korruption

Bei den Grünen war das wichtigste Wahlmotiv nicht das Leitthema Korruption (es folgt bei Hajek mit 34 Prozent auf Rang zwei) sondern der Umweltschutz (38 Prozent). Bei SORA steht zwar die "Kontrolle von Missständen" mit 84 Prozent Zustimmung auf Platz eins der Wahlmotive (gefolgt von der Spitzenkandidatin mit 77 Prozent), aber auch hier glauben 94 Prozent der Grün-Wähler, dass ihre Partei die "besten Konzepte" beim Umweltschutz habe.

Frischer Wind von Stronach

Das Team Stronach wurde laut der Hajek-Umfrage vorwiegend gewählt, um "frischen Wind" in die politische Landschaft zu bringen (45 Prozent) sowie wegen ihres Spitzenkandidaten und seiner "Wirtschaftskompetenz". SORA hat die Wahlmotive für das Team Stronach wegen der geringen Gruppengröße nicht getrennt ausgewiesen.

NEOS hat Programm-Wähler

Bei den NEOS weist die Hajek-Befragung die Themen und das Programm der Partei (22 Prozent) als wichtigstes Wahlmotiv aus. 21 Prozent der NEOS-Wähler waren außerdem der Meinung, dass sie so frischen Wind in die politische Landschaft bringen würden und dass die Partei eine Chance verdient habe. Wichtig war aber auch das im letzten Moment verkündete Antreten von Hans-Peter Haselsteiner als "Ministerkandidat" der Neos - er war für 19 Prozent ausschlaggebend. Auch die NEOS wurden von SORA nicht ausgewiesen.

Kommentare

melden

Scheint als hätten die Scheinasylanten aus der Votivkirche vorzügliche Arbeit geleistet. Der weitere Zugewinn der FPÖ lässt zumindest darauf schliessen.

drowhunter melden

hab mir eh schon gedacht dass die von einem fpö´ler dazu angestachelt wurden...

Seite 1 von 1