Nationalratswahl 2013 von

Wahlgeschenke im Wettkampf

Parteien locken Wähler mit Feuerzeugen, CDs, Bonbons und Einkaufsmünze

Die Parteien lassen die Wahlgeschenke los. © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Die vielleicht klassischsten aller Werbeartikel, der Kugelschreiber und das Feuerzeug, dürfen natürlich nicht fehlen. Die Parteien geben sich zur Nationalratswahl 2013 aber auch kreativer und vor allem kulinarischer. Kräutersalz, Kochtipps und Wischtücher sollen die Staatsbürger diesmal animieren, ihr Kreuzerl am 29. September bei der "richtigen" Partei zu machen.

Für die Jüngsten hat die SPÖ Buntstifte im Gepäck, mit der Aufforderung: "Mal dir deine Welt, wie sie dir gefällt". Die Kanzlerpartei bringt außerdem Feuerzeuge ("Rot gibt Vollgas"), Pfefferminzbonbons ("Lieber was Scharfes im Mund als Honig ums Maul") und Papierfähnchen ("Am 29. September Flagge zeigen") unters Volk. Auf den roten Luftballons findet sich die Aufschrift "Damit mehr Luft zum Atmen bleibt", auf den gleichfarbigen T-Shirts etwa der Aufdruck "Bei der Arbeit" vorne und "SPÖ. Die Partei der Arbeit" hinten.

Klassisch geht es auch die ÖVP an mit Schlüsselanhängern mit Flaschenöffner ("Auf geht's!") oder Einkaufsmünze ("Vernünftig haushalten"), Umhängeband ("ÖVP Anhänger") und gelben Luftballons. "Frisch ans Werk", das versprechen die starken Minzbonbons sowie ein großes Microfaser-Wischtuch. Dazu gibt es Broschüren mit den Parteipositionen sowie persönlichen Daten und Fotos von Spitzenkandidat Michael Spindelegger. Die ÖVP wirbt unter dem Titel "Sommerleben auf Österreichisch" auch mit einer Grillbroschüre. Die Rezepte stammen von Grillweltmeister Adi Matzek und mit der ebenfalls verteilten Gewürzmischung kann man auch gleich jenes für Grillgemüse ausprobieren.

Kulinarisches BZÖ

Auf Kulinarik setzt auch das BZÖ. Das von Parteichef und Spitzenkandidat Josef Bucher herausgegebene Kochbuch wird im Wahlkampf an den Mann und die Frau gebracht. Neben dem Hardcover-Buch gibt es auch eine wahlkampftaugliche kleinere Version. Geworben wird weiters mit der "Zettelwirtschaft" - handlichen orangen Notizblöcken, die auf jedem Blatt an den Namen des Spitzenkandidaten erinnern. Im gleichen Format verteilt werden Folder mit der zentralen BZÖ-Forderung "Genug gezahlt! Steuern runter" sowie der BZÖ-Steuerrechner. Weiters gibt es orange Luftballons, Kugelschreiber und ein Kartenspiel. BZÖ und Team Stronach setzen bei den Kulis auf das gleiche Design - freilich in anderen Farben.

Macht bio wirklich schön?

Geht es nach den Grünen, sollen T-Shirts in der Parteifarbe und in Pink mit der Aufschrift "Bio macht schön" bzw. "100 % Bio, 0 % korrupt" sowie grüne Leinentaschen das Straßenbild bereichern. In den Taschen eingenäht findet sich ein Appell von Spitzenkandidatin Eva Glawischnig für mehr Bio-Lebensmittel. Außerdem gibt es bei den Grünen noch grellgrüne Sonnenbrillen, Zünder: "Brennt aus Leidenschaft", Kondome für "Mehr öffentlichen Verkehr", Holzkreiseln: "Schluss mit Herum-Eiern" und Kräutersalz in kleinen Phiolen zum "Bio Kochen". Ebenfalls im Angebot die obligatorischen Kulis, ein Bio-Knabbermix sowie für die Radfahrer Schutzhauben für den Fahrradsattel.

Superheld Strache

Ganz in blau sind die Geschenke der Freiheitlichen. Auf dem Luftballon ist HC-Man - Parteichef Heinz-Christian Strache als Comic-Superheld - zu sehen, der verspricht: "Mit uns wird's gerecht". Verteilt werden weiters Gummiarmbänder mit der Aufschrift "HC für uns. Und wir für ihn", Kugelschreiber und Broschüren sowie FPÖ-Feuerzeuge mit eingebauter Mini-Taschenlampe als Zusatzfeature. Unters Wahlvolk gebracht werden zudem kleine Papier-Windräder, Schals und Schlüsselanhänger in Form der österreichischen Landkarte.

Stronach setzt auf "Steirermen"

Neu in der Arena ist das Team Stronach, geworben wird auf den Give-Aways mit dem Slogan "diesmal wähle ich Frank". Die Polo-Shirts mit eben dieser Aufschrift auf der Rückenansicht ähneln dabei farblich frappant dem SPÖ-Rot. Um die Wählergunst geworben wird auch mit rot-weißen Wasserbällen, Kulis in der gleichen Farbkombi, einem Kartenspiel, kleinen Zuckerldosen, Regenponchos und Wasserflaschen. Auf letzteren prangt: "Erfrischend. Wasser aus Österreich. Wir schützen es." Der neueste Clou sind zwei CDs mit den Titeln "Steirermen san very good" und "Nicht zu fassen". Bei der erstgenannten ist Parteigründer Frank Stronach nicht zu hören, dafür am Cover im Superman-Outfit zu sehen. Beim "Nicht zu Fassen"-Rap erhebt der Milliardär höchst persönlich die Stimme, nämlich mit seiner zu einer Art Tick gewordenen Interview-Formel "noch einmal".

Kommentare

Weiß jemand ab wann das unötige Zeug verteilt wird?
Damit ich mir mein Steuergeld wieder zurück holen kann

Die Poliktiker sollen sich den Krempel behalten, die Kosten für das Zeug könnten sie ja den Bürgern schenken bzw. die Steuern senken. Aber wie bekannt: Wahltag ist Zahltag :-)

eine Partei, die keine Geschenke von unseren Steuergeld verteilt,
würde ich sofort wählen. Aber leider gibt es die nicht.
Das sind nur Wunschträume von uns Steuerzahlern.

Sollte man nicht jene Partei wählen, die auf Plakate und Geschenke (um unser Geld!) verzichtet? Ich wäre der Erste, der das macht ...

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