K(l)eine Elefantenrunde

Nur die Spitzen von Grünen, BZÖ und FPÖ tauschten sich im letzten TV-Duell aus

Die Partei-Chefs von FPÖ, Grünen und BZÖ haben am Donnerstagabend in der letzten TV-Wahlkampfdebatte des ORF ihre Positionen ausgetauscht. Die Konfrontation - eigentlich als "Elefantenrunde" mit allen Spitzenkandidaten vorgesehen - war vom Fernbleiben von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) geprägt. Sowohl FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, Grünen-Chefin Eva Glawischnig wie auch BZÖ-Bündnisobmann Josef Bucher kritisierten deren Abwesenheit scharf.

von Strache, Glawischnig und Bucher © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Glawischnig zückte zu Beginn der Debatte statt einem Taferl zwei Pappbilder von Kanzler und Vizekanzler, die sie auf dem Tisch platzierte. "Ich finde das wirklich bedauerlich, das ist ein Bruch der demokratiepolitischen Tradition", sagte sie zur Diskussionsverweigerung der beiden Parteispitzen. Auch Strache zeigte sich verärgert: "Sie haben offenbar Angst" und seien zu feige, so sein Urteil. Bucher verwies darauf, dass am Tisch noch ausreichend Platz gewesen wäre für Faymann und Spindelegger.

Wenig inhaltliche Einigkeit

Weniger einig waren sich die drei Oppositionspolitiker dann bei den Inhalten. Vor allem das Thema Euro entzweite vor allem Glawischnig und die beiden Chefs von FPÖ und BZÖ. Glawischnig stellte sich strikt gegen einen Austritt aus der Eurozone, auch Ideen wie jene nach einer Trennung in einen Nord- und Südeuro erteilte sie eine Absage. Sie plädierte vor allem für einen "starken Euro" sowie eine strikte Finanzmarktregulation. Bucher hingegen kritisierte einmal mehr, dass bei der Einrichtung der Eurozone Länder zusammengeschlossen worden wären, "die überhaupt nicht zusammengehören". Und Strache meinte, der einzige Ausweg für Griechenland wäre der Austritt aus der Eurozone.

Auch beim Thema Arbeitsplätze gab es unterschiedliche Ansätze, Glawischnig plädierte etwa für das Schaffen von Arbeitsplätze über "green jobs". Strache und Bucher wollen vor allem Entlastungen bei den Lohnnebenkosten sehen. Bei der Frage eines gesetzlichen Mindestlohne waren sich Strache und Glawischnig einig - ein solcher müsse eingeführt werden. Bucher hingegen sprach sich dafür aus, dass die Löhne weiterhin zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt werden sollten.

Eher keine Zusammenarbeit

Auf die Frage, mit wem der Anwesenden am ehesten eine Zusammenarbeit möglich sei, gab es nur vage Antworten. Alle warnten vor einer Neuauflage von Rot und Schwarz; Glawischnig meinte, mit der Wahl der Grünen hätte man die "historische Chance, etwas Neues zu beginnen" - und die Mehrheit von SPÖ und ÖVP zu brechen. Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ schloss sie strikt aus. Strache betonte, sein Ziel sei nach wie vor, "stärkste Kraft zu werden und den Kanzleranspruch zu stellen". Spekulationen, die FPÖ könnte einer hinter ihr liegenden Partei zum Kanzler verhelfen, erteilte er eine klare Absage: "Einen schwächeren Partner mache ich mit Sicherheit nicht zum Kanzler." Und Bucher erklärte, er würde prinzipiell sowohl mit Grün als auch mit der FPÖ koalieren, zweifelte aber am Willen Straches, Regierungsverantwortung wahrzunehmen.

Neben Faymann und Spindelegger fehlte auch ein Vertreter der sechsten Parlamentsfraktion - dem Team Stronach. Nach der Absage der beiden Regierungsparteien hatte man dort keinen Sinn mehr an einer Teilnahme gesehen. SPÖ und ÖVP hatten am vergangenen Samstag ihre Nicht-Teilnahme in zeitgleich ausgesendeten Presseerklärungen offiziell verkündet. Zuvor hatten die Regierungsspitzen bereits im Juni bekundet, dass große Diskussionsrunden wenig geeignet seien, um Inhalte zu kommunizieren.

Kommentare

Armutszeugnis für ÖVP und SPÖ!

Bucher hat sich toll geschlagen - meine Stimme hat er sich in den TV-Duellen verdient!

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Dieser starke Auftritt von Josel Bucher stellt endgültig sicher, dass das BZÖ den Einzug schafft.

SchorschUnchained melden

Ja... auf jedenfall... hab da auch keinen Zweifel dran!

Ignaz-Kutschnberger

Bucher Pepi derzeit knapp bei 7% !! Neos bei etwa 4,5%
Freund Strache Heinz bei etwa 23% und steigend !!
Stronach und Team bei beschheidenen 6%...

SpinUp melden

Spannende Runde, aber Glawischnig und Strache wirkten schon verbraucht, Bucher dagegen sehr frisch.

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Ich hoffe, dass das viele so gesehen haben (ich auf jedenfall schon) und dem BZÖ ihre Stimme geben. Hoffe, dass das BZÖ in naher Zukunft zu den Blauen und Grünen aufschließen kann!

Forest w.

Man hätte auch den Neos eine Chance geben können oder die Piraten auch wenn er immer so aufgeregt Argumentiert,aber der Haselsteiner ist da um Ecken besser! Naja schade halt das die SPÖ-ÖVP immer viel zu tun haben die Denken sicher das sie wieder gewählt werden deshalb Nein zu SCHWARZ ROT

Ich persönlich finde es eine FRECHHEIT von den beiden abgehobenen Typen Faymann und Spindelegger nicht an einer Diskussion teil zu nehmen. Denn beiden gehört bei der Wahl ein Denkzettel verpasst, damit die beiden und ihre Parteien mal von Ihrem hohen Ross runterkommen. Egal welche Regierung nachher zustande kommt, schlechter kanns nicht werden.

Forest w.

Ich hoffe es kommt ROT -BLAU auch wenn die SPö immer sagt nein ,aber die haben diesmal keine andere Wahl ,ÖVP ist einfach der Vertreter der Reichen oder anders gesagt der Bänkster!

Ich habe mich endgültig dazu entschieden, weder SPÖ noch OVP zu wählen. Die Wertschätzung von Spindelegger und Faymann gegenüber den TV-Zuschauern geht gegen null.Meine Kritik gilt auch dem ORF: Es wäre eine gute Idee gewesen, wenn die Großkopferten schon nicht wollen, stattdessen die Vertreter der Kleinparteien einzuladen. Strache, Bucher und Glawischnig haben sich gestern gut geschlagen.

Ignaz-Kutschnberger

Noch vor 8 Tagen hätte ich Strache für rücktrittsreif erklärt und ihm keine 15% prognostiziert...jetzt ist er knapp vor 23% !!! Die Grünen in etwa bei 14% .... der Mann hat scheinbar doch Minister-Qualitäten...er schreit, dass in Wien Stockhäuser wackeln und Richterskala Stufe 3,5 anzeigt :) ...Strache is back !!!

Ignaz-Kutschnberger

Seit der Mann links die letzten Tage vor der Wahl auf diversen Veranstaltungen immer laut geschrien und geschimpft hat, ist die FPÖ nun scheinbar doch wieder im Steigflug :)

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