Nationalratswahl von

Das BZÖ verabschiedet sich

Nach acht Jahren fliegen die Orangen raus. Trotzdem herrscht Zweckpotimismus.

Josef Bucher im Portrait © Bild: News /Appelt Michael

Das BZÖ muss sich nach acht Jahren im Nationalrat verabschieden. 2005 von Jörg Haider als Abspaltung von der FPÖ gegründet, konnte es sich sowohl 2006 als auch 2008 noch im Hohen Haus behaupten. In der ersten Wahl ohne Jörg Haider, mit Josef Bucher an der Spitze, ist das aber nicht mehr gelungen. BZÖ-Obmann Josef Bucher hat am frühen Sonntagabend die Niederlage des BZÖ eingestanden, "es hat leider nicht gereicht oder zumindest wird es äußerst knapp und schwierig", sagte er als er in der BZÖ-Zentrale eintraf.

"Ich übernehme die volle Verantwortung für das Ergebnis. Es tut mir persönlich leid, dass wir nicht mehr Prozente erreicht haben", sagte er. Er schließe einen Rücktritt nicht aus, eine Entscheidung wolle er aber zuerst seinem engsten Umfeld mitteilen. Am Mittwoch werde er eine Sitzung einberufen, um zu entscheiden, wie es mit ihm und dem BZÖ weitergeht. Es seien Fehler passiert, gestand er. "Verantwortlich dafür bin ich."

Bucher zeigte sich überzeugt, dass das BZÖ eine Zukunft habe: "Es wird das BZÖ aus meiner Sicht immer geben." Wahrscheinlich würden die Jungen das Ruder übernehmen, sagte er. Die Entscheidung wie er sich seine Zukunft vorstelle, werde er alleine treffen. Seine Worte wurden mit großem Applaus quittiert. Er bedankte sich bei seinen Mitstreitern, deren Einsatz "grandios" gewesen sei.

Fauland gibt Hoffnung nicht auf

BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland gibt die Hoffnung auf den Wiedereinzug des BZÖ in den Nationalrat nicht auf. In einer ersten Reaktion setzte er Sonntagnachmittag auf die Wahlkarten und noch nicht ausgezählte Stimmen. "Wir gehen davon aus, dass wir den Einzug schaffen", sagte er. "Aufgeben tun wir maximal einen Brief". Josef Bucher sei als Bündnisobmann absolut unumstritten.

Dass NEOS ihnen Stimmen weggenommen haben könnten, glaubte er nicht. Die Partei würde ein anderes Wählerklientel ansprechen. Bei der Erstellung der Bundesliste habe man auch jungen Menschen eine Chance geben und nicht erfahrene Politiker ausgrenzen wollen.

Bucher noch immer ein Vorbild

Die ORF-Hochrechnungen verfolgten Unterstützer und Funktionäre in der BZÖ-Zentrale mit enttäuschten Gesichtern. „Die Hoffnung lebt“, sagte auch Bündnissprecher Rainer Widmann trotz des sich abzeichnenden Scheiterns an der Vier-Prozent-Hürde. Obmann Josef Bucher wollte niemand in Frage stellen: „Er ist immer noch ein Vorbild“, sagte Michaela Hatvan, Zweite auf der Bundesliste.

Beim Verfolgen der Hochrechnung im Fernsehen herrschte Stille, nur das Abschneiden der FPÖ wurde mit einem erstaunten Raunen kommentiert und beim eigenen Ergebnis wurde dem sich abzeichnenden Verfehlen des Wiedereinzugs zum Trotz applaudiert. Am frühen Abend hatte sich die Parteizentrale langsam gefüllt, Spitzenkandidat Josef Bucher war aber noch nicht eingelangt. Bucher sei nach wie vor unumstritten, meinte Hatvan. „Das ist nicht das Ende des BZÖ“, zeigte sich Harald Kalasek aus dem Wiener Landesvorstand überzeugt.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Sepp hat sich gut geschlagen...leider ist es sich knapp nicht ausgegangen

Ab mit dem BZÖ zur FPÖ dazu, fertig. Bucher soll einen Spitzenplatz bekommen, er hat es sich verdient! Guter Mann!

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