Martin Polaschek: Bildungsminister mit Hang zur Extravaganz

Martin Polaschek folgte im Dezember 2021 Heinz Faßmann und ist seitdem als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft im Amt. Diese berufliche Erfahrung und Qualifikationen bringt der gebürtige Steirer und ehemalige Rektor der Uni Graz mit ins Amt.

von Martin Polaschek © Bild: APA/UNI GRAZ/KANIZAJ

Steckbrief Martin Polaschek

  • Name: Martin Polaschek
  • Geboren: am 22. November 1965 in Bruck an der Mur, Steiermark
  • Position: Bildungsminister
  • Ausbildung: Promotion im Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Graz, Habilitation zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsentwicklung
  • Partei: parteilos
  • Familienstand: verheiratet

Martin Polascheks Werdegang

Wie auch sein Vorgänger Heinz Faßmann ist der Rechtshistoriker Martin Polaschek ebenfalls Professor. Vor seiner Zeit als Bildungsminister der österreichischen Regierung, die im Dezember 2021 nach dem Rücktritt Faßmanns begann, war er Rektor der Universität Graz und kommt direkt aus dem Uni-Management. 16 Jahre lang war der gut vernetzte Rechtswissenschafter bereits Vizerektor, 2019 schaffte er es schließlich im zweiten Anlauf an die Uni-Spitze.

Polaschek machte in Graz als Uni-Insider Karriere, nur kurze Forschungsaufenthalte führten in von dort weg. Im Jahr 2000 habilitierte er an der Uni Graz und wurde zum außerordentlichen Universitätsprofessor am Institut für Österreichische Rechtsgeschichte und Europäische Rechtsentwicklung ernannt. Rein technisch gehört er damit zum sogenannten akademischen Mittelbau - eine Berufung auf eine ordentliche Professur blieb ihm verwehrt.

Martin Polaschek
© APA/ANNEMARIE HAPPE Martin Polaschek

Inhaltliche Expertise

Polascheks wissenschaftliche Steckenpferde sind rechtliche Zeitgeschichte sowie Föderalismus- und Kommunalforschung, seit 2006 ist der Wissenschaftler und Politiker Präsident der Forschungsstelle Nachkriegsjustiz und publizierte unter anderem zum Thema Entnazifizierung. Von 2003 bis 2019 war er als Vizerektor für Studium und Lehre und als Studiendirektor für die Anliegen der mehr als 30.000 Studierenden zuständig.

Ein Mann mit Dialogbereitschaft

Beim Verfolgen seiner Karriereziele zeigte sich Polaschek, der 1965 in Bruck/Mur geboren wurde, zielstrebig: Nachdem er 2011 noch Christa Neuper bei der Rektorswahl unterlag, schaffte er es im zweiten Anlauf 2019 an die Spitze. Als eindeutig parteipolitisch zuordenbar hatte Polaschek bis dahin nicht gegolten. Dafür wird ihm von Wegbereitern viel Dialog- und Kompromissbereitschaft attestiert. Auch etwa während der langen "Uni brennt"-Hörsaalbesetzungen in Graz, wo sich Polaschek den Studierenden auf Augenhöhe präsentierte und auf Dialog und Deeskalation setzte, wie derstandard.at berichtete.

Extravaganter Geschmack und die Haare

Als er zum Bildungsminister ernannt wurde, fiel Polaschek zunächst allen aufgrund seines Mode-Stils bzw. besser gesagt seines Haarschnitts auf. In beinahe jedem Interview (95 Prozent) wurde er zu Beginn seiner Amtszeit zu seinen - für einen Minister wohl unüblichen - langen Haaren befragt, wie er in einem Interview mit "Das Biber" verriet. Ein paar Monate darauf ließ er sie kurz schneiden.
Modisch mag Polaschek es gerne extravagant und auch dem Aktionismus scheint der Bildungsminister nicht abgeneigt. Ein Foto, bei dem der Professor und die damaligen Rektoren der Technischen Uni Graz und der Montanuniversität Leoben mit herausgezogenen leeren Taschen auf ihre Finanzsorgen aufmerksam machten, gilt als Kult.

Martin Polaschek privat

Privat ist der steirische Professor glücklich verheiratet und lebt mit seiner Frau, die zwei Kinder in die Ehe mitbrachte, in Graz. In jüngeren Jahren zählte auch bildende Kunst zu seinen Leidenschaften, mittlerweile greift der passionierte Radfahrer lieber zu einem Buch.