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Vanek kritisiert Olympia-Auswahl

NHL-Star kann Nichtberücksichtigung von DEL-Goalie Lange nicht nachvollziehen

Thomas Vanek kritisiert die Personalauswahl des ÖEHV. © Bild: Bruce Bennett/Getty Images

Topstar Thomas Vanek kann einige Entscheidungen im Olympia-Kader des österreichischen Eishockey-Nationalteams nicht nachvollziehen. Dabei geht es vor allem um die Torhüterposition. Vanek hinterfragte am Mittwoch die Nichtberücksichtigung von Mathias Lange, der in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Iserlohn Roosters im Tor steht. Im Olympia-Team befindet sich Lange aber nur auf Abruf.

"Entscheidend für uns wird die Leistung der Goalies sein. Klar und gut, dass Bernd Starkbaum da unsere Nummer 1 sein wird", schrieb Vanek auf seiner Website. "Ich verstehe aber nicht ganz, wieso Mathias Lange nicht im Aufgebot ist. Er beweist sich Woche für Woche in einer der stärksten Ligen bei den Iserlohn Roosters. Dafür stehen zwei KAC-Goalies im Kader. Das ist überraschend. Oder auch nicht."

Neben Starkbaum nominierte KAC-Sportdirektor Manny Viveiros in seiner Rolle als ÖEHV-Teamchef am Dienstag auch die bei seinem Club tätigen Goalies Rene Swette und Fabian Weinhandl für Sotschi. "Nur um das klar zu stellen: Ich habe nichts gegen Swette und Weinhandl", betonte NHL-Stürmer Vanek. "Aber Lange spielt halt doch in einer stärkeren Liga."

Lob für Viveiros

Seine Aussagen sollen nicht als Kritik verstanden werden, sondern geben lediglich seine persönliche Meinung wieder, betonte Vanek. "Ich weiß, dass Manny Viveiros schwere Entscheidungen zu treffen hat. Ich finde aber auch, dass er bisher einen sehr guten Job gemacht hat", erklärte der 29-Jährige, der sich auch über die Ausbootung von VSV-Stürmer Markus Peintner wunderte. "Das ist schon eine Überraschung." Peintner hatte Österreich beim Quali-Turnier in Deutschland überhaupt erst zu Olympia geschossen.

Bei anderen Nationen fehlen allerdings noch größere Namen, äußerte Vanek auch Verständnis für die schwierigen Personalentscheidungen. Vorerst will er sich ohnehin auf seine New York Islanders konzentrieren. "Olympia ist derzeit noch kein großes Thema, dafür geht es in der NHL noch zu sehr Schlag auf Schlag", erinnerte der Stürmerstar, der nach seinem Abgang von den Buffalo Sabres zuletzt immer besser in Schuss gekommen ist.

Persönliche Erfolgsserie

Vanek hat in den vergangenen zehn Spielen für die Islanders jeweils zumindest einen Scorerpunkt erzielt. Das ist persönlicher Rekord. "Das Zusammenspiel geht von Match zu Match besser. Wir haben uns jetzt gefunden", begründete der linke Flügel, der mit Center John Tavares und Kyle Okposo eine Sturmlinie bildet. "Unsere Linie funktioniert auch deshalb so gut, weil wir uns gegenseitig viele Räume schaffen", meinte Vanek. Tavares gehöre für ihn zudem "auf jeden Fall zu den besten Spielern der Welt".

Mit fünf Siegen in den vergangenen sechs Spielen haben sich die Islanders nach einer langen Durststrecke vor Weihnachten zuletzt wieder langsam den Play-off-Plätzen angenähert. Sieben Zähler fehlen dem Team, dem mit Michael Grabner ein weiterer österreichischer Olympia-Crack angehört, derzeit auf Rang acht. Vanek und Grabner stoßen mit dem dritten NHL-Spieler Michael Raffl (Philadelphia Flyers) erst am 10. Februar in Sotschi zum ÖEHV-Team.

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