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FPÖ fordert Erziehungscamps
für Problemschüler

Wiens Vizebürgermeister Nepp: Schüler sollen dort "resozialisiert" werden - SPÖ vergleicht Idee mit "Bootcamps"

Schule - FPÖ fordert Erziehungscamps
für Problemschüler © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Gewaltdelikte an Wiens Schulen veranlassen die FPÖ zu einer Forderung, die auf viel Gegenwind stößt: Vizebürgermeister Dominik Nepp will Erziehungscamps für gewalttätige Problemschüler. SPÖ-Bildungsstadtrat Czernohorszky verglich die Forderung mit "Bootcamps".

"Der besorgniserregende Anstieg von Gewaltdelikten an Wiens Schulen gegen Leib und Leben" veranlassten Wiens FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp zu einer "schonungslos offen geführte Sicherheitsdebatte", wie er in einer Aussendung verlautbaren ließ. Messerstechereien, schwere Körperverletzungen, sexuelle Belästigungen seien nun auch in der Schule angekommen und würden eine neue Form der Brutalität darstellen.

Suspendierung "eher Belohnung als Bestrafung"

Darum fordert Nepp - neben einem Sicherheitskonzept seitens des Stadtschulrates - auch die Schaffung sogenannter „Erziehungscamps“. Dort sollen gewalttätige Schüler, die man durch Suspendierungen vom Unterricht nämlich eher belohne als bestrafe, unter Aufsicht von Psychologen, Sozialpädagogen und Ärzten in die Gesellschaft "resozialisiert" werden. Zudem soll dort nach den Ursachen für die Gewalt geforscht werden - ob das erhöhte Aggressionspotenzial "beispielsweise auch kulturellen Ursprungs" sei, so Nepp. Dazu seien Vorträge seitens der Exekutive, Gefängnisbesuche, "um den Schülern die Augen zu öffnen, wie ihre Zukunft bei weiterem Fehlverhalten aussehen wird" sowie Kurse zur Aggressionsbewältigung angedacht. Auch die Eltern sollen erziehungstechnische Ratschläge von Experten erhalten.

Gemeinnützige Dienste in Ferien

Zusätzlich schlägt Nepp verpflichtende Dienste an der Gemeinschaft in den Ferien vor. "Vom Schneeschaufeln vor Seniorenheimen über die Reinigung von Parks bis hin zur Essensverteilung in Krankenhäusern oder das Säubern von Obdachlosenheimen gibt es eine Vielzahl von sozialen Arbeiten, die jene Schüler zum Umdenken und zur Nächstenliebe anregen sollen."

SPÖ: "Klingt wie Bootcamps aus Reality-TV"

Diese Forderungen sorgen umgehend für heftige Kritik aus der SPÖ. "Das klingt wie Bootcamps aus dem deutschen Reality-TV", so Bildungsstadtrat Czernohorzky laut orf.at. Ernst könne er den Vorschlag nicht nehmen, das sei keine seriöse Bildungspolitik, so der SPÖ-Politiker. Die Stadt hätte zudem als erste Maßnahme gegen Gewaltfälle eine Hotline für Lehrer eingeführt. Außerdem sollen sogenannte Schul-Support-Teams eingeführt werden, die Lehrer unterstützen sollen. Diese sollen ab Februar bereits im Einsatz sein.