Verdienst der Makler sei um mindestens ein Drittel gesunken. Dafür gebe es hohe private Ablösen bei Vergabe von Mietwohnungen über Social Media.
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Die Berufsgruppe der Makler fühlt sich im Bereich Wohnungsvermietung beschnitten. "In der Miete verdienen wir um ein Drittel weniger und Makler werden aus dem Geschäft hinausgedrängt", sagte der Branchensprecher in der Wirtschaftskammer Wien, Michael Pisecky, am Dienstag vor Journalisten. Mittlerweile würden Wohnungen verstärkt auch privat über Social Media vermietet – mit intransparenten Ablösen. Das seit Juli 2023 geltende Bestellerprinzip müsse dringend evaluiert werden.
Das Maklergesetz wurde vor gut zweieinhalb Jahren reformiert und sollte Wohnungssuchende finanziell entlasten, indem sie sich Maklerprovisionen von bis zu zwei Bruttomonatsmieten ersparen. Denn mit dem Bestellerprinzip trifft die Provision denjenigen, der einen Makler zur Wohnungsvermittlung zuerst beauftragt – in der Regel ist das der Eigentümer der Wohnung. Früher mussten für die Provision großteils die Mieterinnen und Mieter aufkommen.
Makler fühlen sich vertrieben
Pisecky wünscht sich "erst einmal, dass das stattfindet, dass das evaluiert wird", damit der Markt professionell – mit allen Rechten und Pflichten – bearbeitet werde. Die aktuellen Provisionsbeschränkungen würden aber "die Makler aus dem Markt vertreiben". "Die Provisionen müssen geteilt sein, zwischen Konsument und Abgeber, damit die Verdienstmöglichkeiten wieder steigen und dass das Privatgeschäft in einem geringen Umfang bleibt", so der Obmann der Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder. "Wir wollen wieder als Doppelmakler tätig sein – wir bieten für beide Seiten Sicherheit."
"Unsere Vorstellung ist, dass man als Gesetzgeber sagt, dass es gut ist, dass es die Immobilienmakler gibt." Die Provision des Maklers sei "in jedem Fall günstiger", als hohe private Ablösen. Diese Zahlungen an den Vormieter gingen auch am Budget vorbei, da sie nicht versteuert würden. "Wenn ich einen professionellen Makler will, darf ich nicht die Berufsgruppe hinausdrängen, die dafür steht", sagte Pisecky.
Private Ablösen oft höher als Provision
Privat weitergegebene Wohnungen würden auch oft nicht frisch ausgemalt. "Das ist der Marktsituation geschuldet." Bei Maklervermittlung seien die Wohnungen wieder in einem neuwertigen Zustand. Provisionen für Mietwohnungen, die früher vom Mieter zu bezahlen waren, bewegten sich zwischen 1.000 und 1.500 Euro. "Vormieter verlangen darüber und das wird bezahlt, weil es eine Wohnungsknappheit gibt."
Von der Provision bleiben selbstständigen Mietenmaklern den Angaben zufolge netto 35 bis 40 Prozent. Bis zum Inserat einer Wohnungen gingen rund 40 Stunden in die Recherchearbeit, relativierte der Berufsgruppensprecher der Makler, Philipp Sulek, den Verdienst.
Weniger Makler am Land
Außerhalb der Ballungsgebiete rechne sich die Dienstleistung für viele Maklerinnen und Makler oft nicht mehr. "In Eisenstadt ist es gar nicht so leicht einen Makler zu finden", vermerkte Sulek.
"Wir müssen dieses Gesetz modifizieren, um wieder Verdienstmöglichkeiten zu schaffen, die den Anforderungen gerecht werden", bekräftigte Pisecky. Das Bestellerprinzip habe sehr gravierende Auswirkungen für die Branche. Das mehrheitliche Angebot auf den Immobilienportalen sei "nach wie vor professionell", betonte der Fachgruppenobmann.






