Heizöl ist um knapp die Hälfte teurer, Gas um rund acht Prozent: Zum Start der Heizsaison 2026/27 zeigen wir, wie Sie mit einfachen Mitteln Heizkosten sparen, welche Raumtemperaturen sinnvoll sind und wo es Zuschüsse gibt.
Heizkosten 2026/27: Das ist die Lage in Österreich
Laut Statistik Austria (Verbraucherpreisindex August 2026, veröffentlicht am 17. September 2026) kosten Energieträger zum Heizen im Vergleich zum Vorjahr deutlich unterschiedlich:
Heizöl: +48,1 Prozent
Feste Brennstoffe (z. B. Pellets, Holz): +13,9 Prozent
Erdgas: +7,9 Prozent
Fernwärme: +1,2 Prozent
Strom: −10,7 Prozent (unter anderem wegen gesenkter Elektrizitätsabgabe und gesenktem Erneuerbaren-Förderbeitrag seit Jänner 2026)
Die Haushaltsenergie insgesamt war im August um 3,3 Prozent teurer als ein Jahr davor. Wer mit Heizöl oder Pellets heizt, spürt die Preissteigerung also am stärksten. Die folgenden Tipps helfen unabhängig von der Heizart.
1. Heizkörper freiräumen
Vorhänge, Sofas, Kommoden und dergleichen haben vor dem Heizkörper nichts verloren. Sie verhindern, dass sich die Wärme im Raum ausbreitet. Auch Verkleidungen und tiefe Fensterbänke über dem Heizkörper sind ungünstig (Umweltbundesamt Deutschland). Achten Sie darauf, dass die Wärmespender frei sind.
2. Ein Grad weniger spart rund sechs Prozent
Ein kleiner Unterschied mit großen Folgen: Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, spart nach Angaben der Umweltberatung Österreich bis zu sechs Prozent Heizenergie. Auch die Verbraucherzentrale und co2online nennen diesen Richtwert.
3. Die ideale Raumtemperatur
Die Umweltberatung Österreich empfiehlt folgende Richtwerte:
Wohnzimmer: 20 bis 22 °C
Schlafzimmer: 16 bis 18 °C
Kinderzimmer: 18 bis 21 °C
Badezimmer: 20 bis 24 °C
Vorraum: 14 bis 17 °C
In Wohnräumen, in denen Sie sich tagsüber länger aufhalten, reichen oft 20 °C. Mehr dazu in unserem Artikel Was ist die ideale Raumtemperatur?.
4. Nachts die Temperatur absenken – aber richtig
Die Umweltberatung nennt für die Nachtabsenkung eine Ersparnis von bis zu zehn Prozent. Das deutsche Umweltbundesamt rät, tagsüber nicht unter 19 bis 20 °C zu gehen und nachts auf etwa 18 °C abzusenken. Zwei Einschränkungen: Bei Wärmepumpen und Fußbodenheizungen lohnt die Absenkung kaum, ein konstanter Betrieb ist oft effizienter (Verbraucherzentrale). Und: Erst lüften, dann absenken, denn feuchte Luft in kühlen Räumen begünstigt Schimmel.
5. Nicht unter 16 Grad
Auch selten genutzte Räume sollten nicht komplett auskühlen. Die Verbraucherzentrale nennt 16 °C als Minimum, das Umweltbundesamt warnt, dass unter 16 bis 18 °C in genutzten Räumen das Schimmelrisiko deutlich steigt. Halten Sie Türen zu kühleren Räumen geschlossen und leiten Sie keine warme Luft in kalte Zimmer, denn dort kondensiert die Feuchtigkeit.
6. Heizkörper entlüften
Heizkörper, in denen sich Luft befindet, haben nicht die volle Heizkraft. Spätestens, wenn sie glucksen oder oben kalt bleiben, ist es Zeit, sie zu entlüften. Öffnen Sie das Ventil mit dem Entlüftungsschlüssel und lassen Sie die Luft entweichen. Sobald Wasser austritt, drehen Sie das Ventil wieder zu. Machen Sie das bei allen Heizkörpern, am besten vor der Heizsaison.
7. Richtig lüften: stoßen statt kippen
Mehrmals täglich einige Minuten die Fenster weit öffnen und dabei das Thermostat zudrehen: So wird die Luft getauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Dauerhaft gekippte Fenster verschwenden Energie (Verbraucherzentrale, co2online).
8. Thermostat richtig verstehen
Die Zahlen am Thermostatventil sind Zieltemperaturen, keine Heizleistung: Stufe 3 entspricht etwa 20 °C. Eine höhere Stufe lässt den Raum nicht schneller warm werden, er wird nur irgendwann wärmer als gewollt (co2online). Programmierbare Thermostate können die Heizzeiten automatisch an Ihren Alltag anpassen.
9. Rollläden schließen und Fugen abdichten
Rollläden und Vorhänge, die nachts geschlossen werden, halten Wärme im Raum. Undichte Fenster- und Türfugen lassen sich mit Dichtungsbändern günstig abdichten (co2online).
10. Im Urlaub nicht komplett abdrehen
Bei längerer Abwesenheit können Sie die Temperatur absenken, die Wohnung sollte aber nicht auskühlen: Besonders in schlecht gedämmten Altbauten steigt sonst die Schimmelgefahr (Umweltbundesamt). Der Frostschutz am Thermostat muss in jedem Fall aktiv bleiben. Beim Warmwasser gilt: nicht aus Spargründen unter die empfohlenen Werte gehen, am Speicher sollten es 60 °C sein, damit sich keine Legionellen vermehren.
Heiz-Mythen im Check
„Stufe 5 heizt schneller“: Falsch. Die Stufe bestimmt nur die Zieltemperatur (co2online).
„Gekippte Fenster schaden nicht“: Falsch. Sie kühlen Wände aus und kosten Energie (Verbraucherzentrale).
„Auskühlen lassen spart am meisten“: Falsch. Unter 16 bis 18 °C steigt das Schimmelrisiko deutlich, das Wiederaufheizen kostet zudem Energie (Umweltbundesamt).
„Nachts immer absenken“: Nicht bei jeder Heizung. Bei Wärmepumpen ist konstantes Heizen oft effizienter (Verbraucherzentrale).
Heizkostenzuschuss und Förderungen 2026/27 (Stand 5. Oktober)
Die Länder entscheiden einzeln über Heizkostenzuschüsse. Der Stand laut Land Steiermark und finanz.at (1. Oktober 2026):
Steiermark: 340 Euro pro Haushalt, Antrag vom 1. Oktober 2026 bis 26. Februar 2027. Einkommensgrenzen: 1.827 Euro netto für Alleinstehende, 2.741 Euro für Paare, plus 548 Euro pro Kind.
Tirol: laut finanz.at 250 Euro, Antrag bis 31. Oktober 2026.
Burgenland: laut finanz.at Wärmepreisdeckelung bis 31. Dezember 2026.
Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg: laut finanz.at noch keine Aktion für 2026/27 aufgelegt. In Niederösterreich gab es im Vorjahr 150 Euro.
Auf Bundesebene wurde der Sanierungsbonus laut Branchenmedium a3bau.at am 2. Februar 2026 eingestellt. Förderbar bleibt der Kesseltausch im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 bis 2030; das Budget für 2026 soll laut heizma.at bereits ausgeschöpft sein. Aktuelle Details erfahren Sie bei Ihrer Landesstelle oder der Energieberatung.
