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Varta von Austro-Investor Tojner meldet Insolvenz an

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©APA/APA/dpa/Jason Tschepljakow
Der deutsche Batteriehersteller Varta, an dem der österreichische Investor Michael Tojner zu 50 Prozent beteiligt ist, hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz angemeldet. Ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung wurde bereits bewilligt, teilte ein Sprecher von Tojners Montana-Gruppe mit. Tojner und der Sportwagenbauer Porsche, der die anderen 50 Prozent hält, waren laut Medienberichten nicht mehr bereit, das neuerlich in Schieflage geratene Unternehmen zu finanzieren.

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Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox verwiesen auf die angespannte Finanzlage des Unternehmens. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. "Wir bedauern diesen Schritt der finanzierenden Banken, der in dieser Form leider voraussehbar war", kommentierte Tojner die Insolvenz.

Varta steht damit, wie schon zuvor kolportiert, vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds, wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien - etwa Knopfzellen für Hörgeräte - angemeldet. "Die Montana-Gruppe wird sich darum bemühen, die Microbattery-Sparte und das Solutionsgeschäft aus dem Sanierungsverfahren herauszulösen, um das Know-how in der Batterieproduktion in Europa zu behalten und weiterzuführen", so Tojner. "Dies würde auch die Varta Innovation Graz und die Tochtergesellschaft in Rumänien umfassen."

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

Vor zwei Jahren hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April vergangenen Jahres erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten. Damit "war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht", merkte Tojner in einer Stellungnahme an. Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her - die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen.

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