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Zudem waren im Juni nach revidierten Daten nur 20.000 Arbeitsplätze hinzugekommen. Ursprünglich war eine Zahl von 57.000 gemeldet worden. Für die beiden Vormonate zusammen wurde der Beschäftigungsaufbau um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert.
Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank im Juli - und zwar auf 4,1 Prozent, nach 4,2 Prozent im Juni. Volkswirte hatten im Schnitt einen unveränderten Wert von 4,2 Prozent erwartet. Grund für die positive Entwicklung der Quote ist, dass sich viele Personen vom amerikanischen Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Unter anderem hat die Politik von US-Präsident Donald Trump zu einer geringeren Zuwanderung in den amerikanischen Arbeitsmarkt geführt.
Europas Börsen reagierten positiv auf die Daten, da die jüngsten Zinserhöhungsängste etwas zerstreut wurden. Der Euro-Stoxx-50 und der deutsche Aktienindex DAX stiegen nach der Meldung des Arbeitsmarktberichts auf neue Rekordstände. Auch der Euro konnte deutlich gegen den US-Dollar zulegen und stieg zuletzt auf 1,1570 Dollar. Die US-Notenbank Fed muss bei ihren Zinsentscheidungen auch stark die Lage am Arbeitsmarkt berücksichtigen. Die schwachen Arbeitsmarktdaten lassen die von den Börsen befürchteten Zinserhöhungen der Fed nun etwas unwahrscheinlicher erscheinen.
Analysten werteten die Arbeitsmarktdaten in ersten Reaktionen überraschend schwach. "Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli war in nahezu allen Belangen enttäuschend", schrieb LBBW-Ökonom Dirk Chlench. "Angesichts dessen sehen wir uns in unserer Außenseitermeinung, dass die US-Notenbank Fed im weiteren Jahresverlauf keine Leitzinserhöhungen vornehmen wird, bestärkt."
Mit den schwachen Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an eine Zinserhöhung der US-Notenbank Fed wieder gedämpft werden, sagte auch Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen in einer ersten Reaktion. "Die heutigen Arbeitsmarktzahlen aus dem Land der eigentlich unbegrenzten Möglichkeiten sprechen auf jeden Fall gegen Leitzinsanhebungen durch die US-Notenbank und sind folglich eine gewisse Belastung für den Dollar", meinte auch Tobias Basse von der NordLB. Die Analysten der Commerzbank sprachen von einer "kalten Dusche".
MIAMI - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES/JOE RAEDLE
