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Stromnetzentgelte sollen 2027 in Österreich sinken

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©Michi Jo Standl

Die E-Control rechnet für Haushalte im Österreichschnitt mit sinkenden Netzentgelten. Zugleich wird ab 2027 schrittweise ein Leistungspreis eingeführt, der Verbrauchsspitzen stärker berücksichtigt.

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Neue Tarifstruktur soll Stromnetze effizienter machen

Die Regulierungskommission der E-Control hat die neuen Stromnetztarife für 2027 in Begutachtung geschickt. Die geplante Verordnung sieht eine grundlegende Änderung der Berechnung der Netzentgelte vor. Künftig soll neben der verbrauchten Strommenge auch die Höhe der bezogenen Leistung stärker berücksichtigt werden. Ziel ist es, die Netzkosten verursachungsgerechter zu verteilen und Anreize für eine gleichmäßigere Netzauslastung zu schaffen.

Langfristig sollen sich die Netzentgelte zu jeweils 50 Prozent aus einem Arbeits- und einem Leistungspreis zusammensetzen. Die Umstellung erfolgt schrittweise zwischen 1. Jänner 2027 und spätestens 1. Juli 2028. Über den konkreten Zeitpunkt entscheiden die jeweiligen Netzbetreiber.

Haushalte könnten jährlich bis zu 24 Euro sparen

Nach den vorläufigen Berechnungen der E-Control sollen die Netzentgelte für Haushalte im österreichweiten Durchschnitt ab Jänner 2027 um 3,6 Prozent sinken. Das entspricht einer jährlichen Entlastung von rund 15 Euro. Nach Einführung des neuen Leistungspreises könnte die Reduktion für durchschnittliche Haushalte sogar 5,7 Prozent beziehungsweise rund 24 Euro jährlich betragen.

Während in zahlreichen Netzbereichen niedrigere Entgelte vorgesehen sind, müssen Kunden in einigen Regionen mit steigenden Kosten rechnen. Besonders betroffen ist Kärnten.

Flexibler Stromverbrauch soll belohnt werden

Mit der neuen Tarifstruktur gewinnt die zeitliche Steuerung des Stromverbrauchs an Bedeutung. Wer beispielsweise sein Elektroauto außerhalb hoher Netzbelastungen lädt oder den Betrieb einer Wärmepumpe entsprechend anpasst, könnte künftig Netzkosten sparen.

Für Haushalte ohne besonders leistungsintensive Anwendungen dürfte die Umstellung hingegen kaum Auswirkungen haben. Gleichzeitig sollen eigene Tarifregelungen für Stromspeicher und flexible Verbrauchsanwendungen die vorhandenen Netzkapazitäten besser nutzbar machen.

Die Begutachtung der neuen Systemnutzungsentgelte läuft noch bis zum 20. November 2026. Anschließend sollen die endgültigen Tarife für das kommende Jahr festgelegt werden.

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