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Modehändler sehen sich vor großen Herausforderungen

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©Unsplash, Sandip Roy

Während immer mehr Geschäfte schließen, warnen Händler vor unfairen Wettbewerbsbedingungen durch Anbieter wie Temu und Shein – und vor einem Konsumverhalten, das sich seit der Pandemie nachhaltig verändert hat.

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Österreichs Modehändler sehen sich wegen steigender Kosten, einem Trend zum Onlinekauf sowie einer starken Konkurrenz aus China vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Bekleidungs- und Schuhgeschäfte in den Innenstädten und Einkaufszentren sei seit 2015 um gut ein Fünftel gesunken.

Die Verkaufsfläche sei um rund zehn Prozent geschrumpft. Die Politik wird aufgefordert, für faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Billiganbietern wie Temu oder Shein zu sorgen.

Extreme Wettbewerbsverzerrung

„Es gibt eine extreme Wettbewerbsverzerrung“, sagte am Donnerstag Günther Rossmanith, Obmann des Bundesgremiums Handel mit Mode und Freizeitartikeln bei der Wirtschaftskammer (WKÖ). Umwelt- und Sicherheitsstandards müssten mit Blick auf die chinesische Konkurrenz durchgesetzt und „unfaire Steuer- und Zollvorteile“ abgeschafft werden.

In Richtung der Immobilienbranche appellierte er, sich von der Erwartung zu verabschieden, dass mit jedem Mieterwechsel die Mieten deutlich steigen könnten. Die Branchenvertretung hat unter anderem dazu eine Studie in Auftrag gegeben bei Peter Voithofer vom Institut der Österreichischen Wirtschaft. Die Analyse habe gezeigt, dass in Geschäftslokalen, in denen zuvor Modehändler waren, nach der Schließung in einer Mehrheit der Fälle Leerstand herrschte.

Geändertes Konsumverhalten

Die Studie hat auch ein geändertes Verhalten von Konsumentinnen und Konsumenten festgestellt. So hätten Verbraucher im Jahr 2025 im Schnitt rund 4,5 Prozent ihrer Gesamtausgaben für Modeartikel verwendet, 1995 waren es noch über sieben Prozent.

Die Covid-Pandemie mit entsprechenden Lockdowns und zunehmender Arbeit im Homeoffice habe den Trend verstärkt und modisches Auftreten in der Prioritätenliste nach unten rutschen lassen. Auch der Trend hin zum Onlinehandel sei durch die Coronapandemie beschleunigt worden. Knapp die Hälfte der Konsumenten in Österreich würden inzwischen auch im Internet Kleider kaufen, auch wenn der stationäre Handel bei den meisten die wichtigste Anlaufstelle bleibe.

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