Martha Schultz bleibt WKÖ-Präsidentin
©APA, HANS KLAUS TECHTSchultz hatte die Funktion nach dem Rückzug von Harald Mahrer interimistisch übernommen. Die Tirolerin ist die erste Präsidentin in der Geschichte der Wirtschaftskammer Österreich.
von
Nachdem sich Harald Mahrer im Spätherbst unter Druck vom Chefsessel der Wirtschaftskammer (WKÖ) gelöst hat, hat der gewichtige Sozialpartner mit Martha Schultz nun wieder offiziell eine Chefin. Die Tirolerin Touristikern wurde von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (wie alle genannten ÖVP) am Mittwoch angelobt. Wie es mit der Spitzenpersonalie im ÖVP-Wirtschaftsbund weitergeht, dessen Chef Mahrer war und von dem Schultz interimistisch übernahm, blieb noch offen.
Schultz ist die erste Präsidentin der Wirtschaftskammer. Darin sieht sie auch ein gesellschaftspolitisches Signal. Für die Kammer selber kündigte sie Reformen an.
Schultz verspricht, Reformweg zu bestreiten
Eine Reformgruppe nahm bereits ihre Tätigkeit auf. Sie soll "Strukturen und Prozesse weiterentwickeln und die Wirtschaftskammer effizienter auf die Bedürfnisse der Betriebe ausrichten", hieß es in einer WKÖ-Aussendung. "Ich will keine Zeit verlieren und werde gemeinsam mit den Fraktionen diesen Reformweg bestreiten", versprach Schultz. "Ziel bleibt, wie gemeinsam im Wirtschaftsparlament Ende des Jahres 2025 vereinbart, erste Ergebnisse im Wirtschaftsparlament im Juni zu präsentieren."
Die Periode läuft bis 2030. Begonnen worden war sie noch von Mahrer, der etwa über eigene Mehrfachfunktionen und eine schlussendlich nicht umgesetzte und laut Beobachtern schlecht kommunizierte, zu hoch angesetzte Gehaltserhöhung für Mitarbeiter gestolpert war. Allzu hoch angesetzte – und derzeit zumindest vorübergehend ausgesetzte – Bezüge für die meisten Länderkammerchefinnen und -chefs waren dazugekommen.
ÖGB-Chef baut auf faire Zusammenarbeit
Rasch stellten sich erste Glückwünsche ein. Ein solcher kam etwa vom gewerkschaftlichen Gegenüber der WKÖ in der Sozialpartnerschaft, dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Präsident Wolfgang Katzian gratulierte via Aussendung und baute auf eine "faire Zusammenarbeit". Die fixe Übernahme des Präsidentinnensessels durch Schultz nach der Interimsphase "schafft Stabilität - ein Eckpfeiler für eine funktionierende Sozialpartnerschaft". Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) beglückwünschte Schultz ebenso wie die NEOS in der Wirtschaftskammer (UNOS).
Mahrer war auch ÖVP-Wirtschaftsbund-Chef
Mit dem Mahrer-Rückzug wurde auch der Chefsessel in der bedeutenden ÖVP-Teilorganisation Wirtschaftsbund vakant und von Schultz interimistisch eingenommen. Wie es hier genau weitergeht, ließ der Wirtschaftsbund vorerst noch offen.
