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AUA-Mutter Lufthansa kauft sich bei TAP ein und plant für Lissabon eine neue Rolle

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Flugzeug von TAP Air Portugal auf der Piste
Foto:©Unsplash, Stroopsniper Lenn

Der Vertrag ist unterschrieben: Die Lufthansa Group, zu der auch Austrian Airlines gehört, beteiligt sich an der portugiesischen TAP. Was der Konzern mit Lissabon vorhat und was sich für Reisende ab Wien ändern könnte.

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Lissabon soll perspektivisch das siebte Drehkreuz der Lufthansa Group werden, zu der auch Austrian Airlines mit ihrem Drehkreuz Wien gehört. Das ist das Ziel hinter dem Vertrag, den der Konzern am 3. November am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon mit der portugiesischen Regierung unterzeichnet hat. Die Lufthansa übernimmt zunächst 44,9 Prozent an TAP Air Portugal, der Kaufpreis beträgt laut Lufthansa Group 1,025 Milliarden Euro und wird aus vorhandener Liquidität bezahlt.

Verzichten die TAP-Beschäftigten auf ihr Kaufrecht für weitere 5 Prozent, kann der Anteil auf bis zu 49,9 Prozent steigen. Inklusive einer sogenannten Ticking Fee, also eines Aufschlags für die Zeit bis zum Abschluss, kann der Gesamtpreis bis zu 1,2 Milliarden Euro erreichen. Zustimmen müssen noch die zuständigen Behörden, vor allem die EU-Kommission. Ein Datum für den Abschluss nennt die Lufthansa nicht.

Was die Lufthansa mit TAP vorhat

Der Konzern schätzt die Synergien auf bis zu 450 Millionen Euro, den Großteil davon will er schon mit der Minderheitsbeteiligung heben. Im Fokus steht Südamerika: Dort liegt der Marktanteil der Lufthansa Group derzeit bei rund neun Prozent, gemeinsam mit TAP wären es rechnerisch rund 20 Prozent. Dazu kommen Verbindungen ins portugiesischsprachige Afrika und nach Nordamerika.

„Unsere Netzwerke ergänzen sich ideal“, sagt Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Man wolle „Lissabon zum Drehkreuz der Lufthansa Group entwickeln“. Die portugiesische Regierung hatte bei der Auswahl der Lufthansa am 14. Oktober Zusagen festgehalten: Marke und Firmensitz von TAP bleiben erhalten, das Drehkreuz Lissabon wird gestärkt, acht Flugzeuge sollen in Porto stationiert werden, die Flotte soll auf bis zu 130 Maschinen wachsen. Der Staat behält vorerst 50,1 Prozent, über den Verkauf der Mehrheit soll in einer zweiten Phase verhandelt werden, die laut Regierung bis Anfang 2028 abgeschlossen sein soll.

Was ändert sich für Reisende ab Wien?

Vorerst nichts Konkretes: Weder die Lufthansa noch die portugiesische Regierung haben sich bisher zu Folgen für Passagierinnen und Passagiere bis zum Abschluss geäußert. Gebuchte Tickets bleiben Verträge mit der jeweiligen Airline. Schon heute sind TAP und Austrian Airlines Partner im Luftfahrtbündnis Star Alliance. Am Flughafen Wien checkt TAP laut Flughafen Wien im Terminal 3 an denselben Schaltern 351 bis 372 ein wie Austrian Airlines. Wer im Vielfliegerprogramm TAP Miles&Go sammelt, bekommt laut TAP auch für Flüge mit Austrian und Lufthansa Meilen gutgeschrieben.

Mittelfristig könnte Lissabon für Reisende aus Österreich zur Alternative für Flüge nach Brasilien und in andere Teile Südamerikas werden, wenn die Netze der Konzern-Airlines stärker verknüpft werden. Schon jetzt bietet die Lufthansa Group laut eigenen Angaben 353 Flüge pro Woche zu sechs Zielen in Portugal an, 75 Prozent mehr als 2019. Welche Verbindungen ab Wien sich konkret ändern, ist offen.

Der TAP-Deal ist nach der Beteiligung an der italienischen ITA Airways der nächste Schritt der Lufthansa-Strategie, die Spohr als Europäisierung bezeichnet. Die Vorgeschichte lesen Sie in Lufthansa erwartet bei TAP-Einstieg schnelle Erfolge. Wie die Airlines der Gruppe im Qualitätsvergleich abschneiden, zeigt das Ranking Die 10 besten Airlines Europas 2026/27. Weitere Nachrichten finden Sie auf unserer Themenseite Luftfahrt & Flugreisen.

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