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Kospi bricht um 7,6 Prozent ein: Warum KI-Aktien weltweit unter Druck geraten

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Börsenkurse und Aktienchart auf einem Bildschirm
Foto: Pixabay/sergeitokmakov (Symbolbild)©Pixabay/sergeitokmakov

Der südkoreanische Leitindex Kospi hat am Donnerstag 7,57 Prozent verloren, der Handel wurde per Notbremse unterbrochen. Auslöser sind Zinssorgen in den USA und wachsende Zweifel am KI-Boom, obwohl der Chipkonzern TSMC am selben Tag einen Rekordgewinn meldete.

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Notbremse an der Börse in Seoul

Der Ausverkauf bei Technologieaktien hat am Donnerstag die Börse in Seoul mit voller Wucht erfasst. Der Leitindex Kospi schloss bei 5.554,22 Punkten und damit um 7,57 Prozent tiefer als am Vortag. Im Tagesverlauf war er zeitweise um mehr als neun Prozent auf 5.450,81 Punkte eingebrochen. So niedrig hatte der Index zuletzt Ende Juli geschlossen.

Um 12.38 Uhr Ortszeit griff ein sogenannter Circuit Breaker, eine automatische Handelsunterbrechung: Der gesamte Markt stand 20 Minuten lang still. Schon kurz nach Handelsbeginn war der computergesteuerte Programmhandel gebremst worden. Auch der Technologieindex Kosdaq fiel um 7,65 Prozent. Dass an beiden Märkten am selben Tag die Notbremse gezogen wurde, kam zuletzt am 29. Juli vor.

Chipkonzerne als größte Verlierer

Am stärksten traf es die Schwergewichte der Halbleiterbranche, die den Kospi dominieren. Die Aktie von SK hynix, einem der wichtigsten Lieferanten von Speicherchips für KI-Rechenzentren, verlor 11,06 Prozent. Samsung Electronics gab um 9,48 Prozent nach. Ausländische Investorinnen und Investoren verkauften südkoreanische Aktien im Wert von 3,62 Billionen Won, umgerechnet rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Private und institutionelle Anlegerinnen und Anleger kauften dagegen unter dem Strich zu.

Die Verluste beschränkten sich nicht auf Südkorea. Auch an den Börsen in Tokio und Taipeh fielen die Kurse. In den USA hatten Technologiewerte bereits an den Vortagen nachgegeben, an der Technologiebörse Nasdaq setzte sich der Abwärtstrend zum Handelsstart am Donnerstag fort.

Zinsangst und Zweifel am KI-Boom

Unmittelbarer Auslöser waren neue Inflationsdaten aus den USA. Die Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber August um 0,6 Prozent und damit so stark wie seit April nicht mehr. An den Märkten wächst die Sorge, dass die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen weiter anheben könnte, die nächste Zinsentscheidung steht am 28. Oktober an. Höhere Zinsen treffen hoch bewertete Wachstumsunternehmen besonders, weil Kredite teurer werden und künftige Gewinne an der Börse weniger wert sind.

Dazu kommen Zweifel, wie lange der Höhenflug der KI-Aktien noch anhalten kann. Die Kurse von Chipherstellern und Rechenzentrumsbetreibern sind getragen von milliardenschweren Investitionen in künstliche Intelligenz stark gestiegen. Belastend wirkt zudem der hohe Ölpreis infolge des Konflikts im Nahen Osten, der die Inflation zusätzlich antreiben kann.

TSMC meldet Rekordgewinn mitten im Ausverkauf

Wie groß die Nachfrage nach KI-Chips weiterhin ist, zeigen die Zahlen des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC, der unter anderem für Nvidia und Apple produziert. Im dritten Quartal stieg der Umsatz laut Unternehmensbericht im Jahresvergleich um 50,9 Prozent auf 1.494 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet 46,7 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte um 68,7 Prozent auf 763 Milliarden Taiwan-Dollar zu, die Bruttomarge lag bei 66,4 Prozent.

„Unser Geschäft im dritten Quartal wurde von der starken Nachfrage nach unseren modernsten Fertigungstechnologien getragen“, sagte Finanzchef Wendell Huang. Für das vierte Quartal stellt TSMC einen Umsatz von 52,3 bis 54,3 Milliarden US-Dollar in Aussicht, auch dank des raschen Hochlaufs der Zwei-Nanometer-Technologie. An der Börse half das wenig: Die Aktie gab nach der Vorlage der Zahlen ebenfalls nach.

Wie es weitergeht

Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter rechnen kurzfristig mit weiteren starken Schwankungen. „Die Volatilität dürfte in nächster Zeit anhalten“, sagte Kim Seok-hwan, Analyst bei Mirae Asset Securities. Dass der Ausschlag in Seoul so groß ausfiel, liegt auch daran, dass wenige Chipkonzerne einen sehr großen Anteil am Index haben.

Für die Stimmung an den Börsen dürften in den kommenden Tagen weitere Konjunkturdaten aus den USA entscheidend sein und vor allem die Frage, ob die Fed Ende Oktober tatsächlich an der Zinsschraube dreht.

Weitere Quelle: The Korea Herald

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