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Bis wann Hervis die Verlustzone verlassen will, ließ man offen. Am Mittwochabend präsentierte Österreichs drittgrößter Sporthändler in Wien sein neues Logo und die Strategie "HERVIS 4.0" mit dem Markenclaim "WE : SPORTS". "Die Zukunft des Sporthandels entscheidet sich nicht im Regal, sondern in der Community", sagte der Hervis-Chef. Hupach will vermehrt die sogenannte "Generation Z" (Jahrgang 1995 bis 2010) in die Filialen locken und das Angebot an Premiummarken sowie die Kundenberatung ausbauen. Das Eigenmarkengeschäft unter anderem mit Kilimanjaro und Benger bleibe aber auch wichtig.
Eine wichtige Kundengruppe sind für den Hervis-CEO weiterhin "performanceorientierte" Sportlerinnen und Sportler, Familien und Touristen. Schnäppchenjäger sieht der Hervis-Chef nicht mehr als Zielgruppe. Der Sporthändler will sich auf die Bereiche Fahrrad, Ski, "Running und Trail", Outdoor, Fitness und Training, Teamsport, Tennis und Padel sowie Lifestyle fokussieren. An 15 Standorten betreibt Hervis im Winter einen gut laufenden Skiverleih. Diesen Bereich will Hupach ausbauen. Auch Produkte und Angebote rund um Regeneration, Langlebigkeit und Nahrungsergänzungsmittel will man anbieten. Mit dem Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller Biogena ist eine Zusammenarbeit geplant.
Der Salzburger Handelskonzern Spar hatte sich Ende Jänner nach mehr als 50 Jahren von seiner Sporthandelstochter getrennt und das defizitäre Unternehmen an die deutschen Investoren Sven Voth und Udo Schloemer abgegeben. Das Hervis-Auslandsgeschäft wurde verkauft. In den Jahren 2023 und 2024 hatte die Sporthandelskette mit damals noch über 100 Filialen in Österreich und 130 Standorten im Ausland bereits eine Neuausrichtung versucht. Die Restrukturierung und der Lagerabbau führten in diesen beiden Jahren zu Verlusten von über 100 Mio. Euro. Schon damals wollte man bei Hervis weg vom reinen Preis- und Rabattkampf führen. Hervis schmälerte das Jahresergebnis 2025 der Spar Holding AG um 184,7 Mio. Euro, berichtete kürzlich das Wirtschaftsmagazin "Trend".
Wie viel Geld die neuen Eigentümer für die Neuausrichtung in die Hand nehmen wollen, bezifferte der Hervis-Chef nicht. Für 2027 plant die Sporthandelskette die Eröffnung eines Flagship-Stores im Europark Salzburg, in dem das neue Markenkonzept präsentiert werden soll. Dies sei "ein großes Investment". Für die anderen Filialen sei derzeit "ein Soft-Relaunch" vorgesehen. Der neue Hervis-Eigentümer Voth hat Expertise im Schuhgeschäft. Er baute die Streetwear- und Sneaker-Kette Snipes zu einem Milliardenkonzern auf und verkaufte sie dann an die Deichmann-Gruppe.
Der Online-Umsatzanteil von Hervis liegt derzeit noch im niedrigen einstelligen Bereich. Im kommenden Jahr wolle man einen zweistelligen Anteil erreichen, so der Firmenchef. Die neue Hervis-App bietet neben Einkaufsmöglichkeiten einen persönlichen digitalen Coach, sportartspezifische Communities sowie Informationen zu Veranstaltungen und Sportaktivitäten in der Umgebung.
