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Die Entscheidung war nicht einstimmig: Der von Regierungschefin Sanae Takaichi ins BoJ-Führungsgremium entsandte Direktor Toichiro Asada stimmte anders als die übrigen sieben Notenbanker aus Rücksicht auf die Konjunktur dagegen. Der für den erkrankten Zentralbankchef Kazuo Ueda bei der Pressekonferenz eingesprungene Stellvertreter Shinichi Uchida betonte, im Vergleich zur vorangegangenen Sitzung habe sich das Risiko einer starken Verschlechterung der Wirtschaftslage verringert. "Andererseits weitet sich der Preisanstieg aus, und es besteht die Gefahr, dass die zugrunde liegende Inflation von unserem Ziel abweicht", warnte Uchida. Er vertrat den im Krankenhaus behandelten Notenbankchef, der beim Zinsentscheid auch nicht mitstimmte. Es sei wichtig sicherzustellen, dass das Inflationsziel beständig erreicht werde, betonte Uchida.
Der Chef-Devisenstratege bei der Bankengruppe SMBC, Hirofumi Suzuki, geht davon aus, dass die BoJ die geldpolitischen Zügel behutsam weiter anziehen wird: "Etwa alle sechs bis zwölf Monate", sagte der Experte. Die Regierung scheine grundsätzlich eher skeptisch auf die Erhöhung der Leitzinsen zu blicken, meint NordLB-Experte Tobias Basse: "Die Geldpolitiker werden daher nun eher mit Vorsicht voranschreiten wollen."
Die Währungshüter reagierten mit der ersten Zinserhöhung im laufenden Jahr auf den Preisdruck, der durch die drastisch gestiegenen Energiepreise infolge des Krieges im Iran ausgelöst wurde. Die Weitergabe der gestiegenen Ölpreise erfolge relativ schnell und berge das Risiko, dass die Inflation das Ziel von zwei Prozent deutlich übersteige, hieß es zur Begründung.
Ein zwischen den USA und Iran vereinbartes Abkommen zur Beendigung ihres Krieges hat die Sorgen mit Blick auf den Inflationsdruck zwar etwas gelindert. Der Preisauftrieb auf Großhandelsebene ist im Mai in Japan allerdings auf ein Dreijahreshoch von 6,3 Prozent gestiegen - ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen die durch den Energieschock gestiegenen Kosten bereits weitergeben. Analysten gehen davon aus, dass die Kerninflation der Verbraucherpreise im weiteren Jahresverlauf wieder über das von der BoJ angestrebte Ziel von zwei Prozent steigen wird, nachdem sie zuvor aufgrund staatlicher Subventionen zur Senkung der Energiekosten unter diesen Wert gefallen war.
Ein schwacher Yen, der die Importpreise und die allgemeine Inflation in die Höhe treibt, wird Analysten zufolge zudem den Druck auf die Notenbank aufrechterhalten, ihren Kurs weiterer Zinserhöhungen beizubehalten. Nach dem Zinsentscheid kletterte der Nikkei-225-Index um bis zu ein Prozent auf ein Rekordhoch von über 70.000 Punkten, bevor er die Gewinne eingrenzte und 0,1 Prozent fester bei 69.404 Punkten aus dem Handel ging.
Der Yen legte zunächst zu, fiel dann jedoch auf 160,29 Yen pro Dollar zurück und schwankte damit um die Marke von 160 Yen - ein Niveau, bei dem die Wahrscheinlichkeit von Währungsinterventionen als erhöht gilt. "Wir beobachten Währungsbewegungen stets genau", betonte Uchida. Bei der Steuerung der Geldpolitik ziele die Notenbank jedoch nicht direkt auf Wechselkurse ab: "Wir beteiligen uns jedoch an geldpolitischen Diskussionen, da wir davon ausgehen, dass Währungsbewegungen einen entscheidenden Einfluss auf die Wirtschafts- und Preisentwicklung haben", fügte er hinzu.





