Die Intel-Aktie hat seit Ende September mehr als die Hälfte ihres Werts verloren, und auch andere Chipwerte geraten unter Druck. Was im Quartalsbericht steht, der den Absturz ausgelöst hat, und warum Anlegerinnen und Anleger heute Abend auf AMD schauen.
Auslöser des Kurssturzes ist der Ausblick, den Intel am 29. Oktober nach US-Börsenschluss mit seinen Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hat. Für das Schlussquartal 2026 erwartet der Konzern laut seinem Quartalsbericht einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Dollar, nach 16,5 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Die bereinigte Bruttomarge soll von 44,1 auf 38 Prozent sinken, der bereinigte Gewinn je Aktie von 52 auf 25 Cent und damit auf weniger als die Hälfte.
An der Börse verlor die Aktie am 30. Oktober fast 29 Prozent, so viel wie an keinem Handelstag seit 1974. Am Montag, 2. November, ging es um weitere 8,8 Prozent auf 59,97 Dollar nach unten. Seit Ende September hat sich der Börsenwert von Intel damit mehr als halbiert.
Starkes Quartal, schwacher Ausblick
Das abgelaufene Quartal selbst war für Intel gut. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar, Umsatz, Marge und Gewinn je Aktie lagen über der eigenen Prognose. Die Sparte für Rechenzentren und KI legte um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar zu, das Auftragsfertigungsgeschäft Intel Foundry um 58 Prozent. Nur das Geschäft mit PC-Prozessoren schrumpfte um fünf Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar.
Genau dort sieht der Konzern das Problem für die kommenden Monate. Finanzchef David Zinsner sprach vom stärksten Umsatzwachstum mit Rechenzentren seit 15 Jahren, sagte aber auch: „Mit Blick nach vorn sehen wir, dass sich die Abschwächung im PC-Markt mindestens bis in die erste Hälfte des nächsten Jahres fortsetzt.“ Konzernchef Lip-Bu Tan verwies auf kurzfristigen Gegenwind in der PC-Branche, die Nachfrage nach Prozessoren sei aber robust. Vorrang habe, zusätzliche Produktionskapazität für die Serverchips der Xeon-Familie freizumachen.
Warum auch andere Chipwerte nachgeben
Der Kursrutsch bleibt nicht auf Intel beschränkt. Am Montag stiegen zwar rund sieben von zehn Aktien im US-Leitindex S&P 500, Halbleiterwerte gaben aber fast durchweg nach. Die Speicher- und Chiphersteller Micron, Sandisk, Seagate und Western Digital verloren jeweils rund sechs bis acht Prozent. Die Aktie von Nvidia liegt seit Anfang Oktober um rund 16 Prozent im Minus.
Intels Zahlen zeigen dabei zwei Seiten: kräftiges Wachstum bei Servern und Rechenzentren, aber schwächere Aussichten im Geschäft mit PC-Prozessoren. Diese Sparte ist mit 8,1 Milliarden Dollar im dritten Quartal weiterhin die umsatzstärkste des Konzerns, ihre Schwäche wiegt deshalb schwer.
Warum heute die AMD-Zahlen beachtet werden
Als Nächstes legt Intels Konkurrent AMD seine Zahlen vor. Das Unternehmen veröffentlicht laut seiner Ankündigung die Ergebnisse für das dritte Quartal am Dienstag, 3. November, nach US-Börsenschluss. Die Telefonkonferenz mit Analystinnen und Analysten beginnt um 17 Uhr Ostküstenzeit, das ist 23 Uhr in Österreich.
AMD verkauft wie Intel sowohl Prozessoren für PCs als auch Chips für Rechenzentren. Die Zahlen zeigen damit, ob ein zweiter großer Anbieter eine ähnliche Entwicklung im PC-Markt sieht. Sie erscheinen am Tag der US-Zwischenwahlen.
Quellen
Intel: Intel Reports Third-Quarter 2026 Financial Results (29. Oktober 2026)
AMD: AMD to Report Fiscal Third Quarter 2026 Financial Results (6. Oktober 2026)
Weitere Quelle: Yahoo Finance, The Intel stock collapse is getting worse, and the $3.7 trillion chip rout is spreading (2. November 2026)
