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Inflation bleibt hoch: Was die Herbstprognose von Wifo und IHS für Haushalte bedeutet

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Euro-Münzen als Symbol für Inflation
Foto: Pixabay/Alexandra_Koch (Symbolbild)©Pixabay/Alexandra_Koch

Die Wirtschaft wächst wieder, doch die Teuerung bleibt deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank. Wifo und IHS haben ihre Inflationsprognosen angehoben. Was das für Kaufkraft, Lohnrunden und das Budget heißt.

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Die wichtigsten Zahlen der Herbstprognose

Die Teuerung in Österreich geht langsamer zurück als erhofft. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo rechnet in seiner am 14. Oktober vorgestellten Herbstprognose für 2026 mit einer Inflationsrate von 3,3 Prozent, für 2027 mit 2,6 Prozent. Das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet 3,1 Prozent für heuer und 2,8 Prozent für das kommende Jahr. Beide Institute haben ihre Inflationsprognosen damit gegenüber dem Sommer nach oben korrigiert.

Beim Wachstum fällt das Bild etwas freundlicher aus. Das Wifo erwartet ein Plus der Wirtschaftsleistung von 0,9 Prozent für 2026 und von 1,3 Prozent für 2027, das IHS von 0,8 und 1,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition sehen beide Institute heuer bei 7,6 Prozent, im kommenden Jahr bei 7,3 beziehungsweise 7,4 Prozent.

Warum die Teuerung so hartnäckig ist

Hauptgrund sind die Energiepreise. Der Preisanstieg infolge des Iran-Kriegs hält nach Einschätzung des IHS länger an, als in der Sommerprognose angenommen. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr bezeichnete die hohen Importkosten für Öl und Gas bei der Präsentation als die größte wirtschaftliche Belastung für das Land.

Wie stark Energie die Inflation treibt, zeigen die Daten der Statistik Austria. Im September stieg die Inflationsrate laut Schnellschätzung auf 3,6 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Energie insgesamt verteuerte sich im Jahresvergleich um 14,5 Prozent. Den größten Beitrag zur Teuerung lieferten allerdings weiterhin die Dienstleistungen, deren Preise um 4,2 Prozent zulegten.

Was das für Haushalte bedeutet

Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet die Prognose, dass die Preise auch im kommenden Jahr spürbar schneller steigen als die Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent. Laut IHS wird die Inflation 2027 deutlich darüber liegen. Der private Konsum trägt deshalb wenig zur Erholung bei. Bereits in seiner Sommerprognose hatte das Wifo für 2026 mit einem Rückgang der realen Bruttolöhne pro Kopf um 0,8 Prozent gerechnet, weil die Lohnabschlüsse hinter der Teuerung zurückblieben.

Die neuen Zahlen fallen mitten in die Herbstlohnrunden, in denen die Teuerung der vergangenen zwölf Monate traditionell den Ausgangspunkt der Verhandlungen bildet. IHS-Chef Holger Bonin sprach sich dafür aus, die Kaufkraft zu sichern und zugleich den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Budget: Defizit bleibt bei rund vier Prozent

Auch für die Staatsfinanzen bleibt die Lage angespannt. Das IHS erwartet ein Budgetdefizit von 3,9 Prozent der Wirtschaftsleistung für 2026 und 3,7 Prozent für 2027, nach 4,1 Prozent im Vorjahr. Das Wifo rechnet mit 4,0 und 3,8 Prozent. Die Maastricht-Grenze der EU liegt bei 3 Prozent. Belastet wird das Budget unter anderem durch höhere Zinsausgaben sowie Teuerungs- und Dürrehilfen.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) geht für 2027 von einem Defizit von 3,6 Prozent aus und will die Drei-Prozent-Grenze im Jahr 2028 wieder einhalten. Das Wifo sieht mittelfristig zusätzlichen Konsolidierungsbedarf von rund neun Milliarden Euro.

Lichtblick Industrie, Sorgenkind Bau

Getragen wird die Erholung vor allem von der Industrie. Frühindikatoren zeigen laut Felbermayr eine gute Auftragslage und eine bessere Stimmung in den Betrieben. Die Bauwirtschaft bleibt dagegen schwach: Seit 2018 hat der Sektor nach Wifo-Angaben kumuliert rund ein Viertel seiner Bruttowertschöpfung verloren.

Als Risiken für die Prognose nannte Felbermayr die Energiekrise, die Politik der USA, ein mögliches Platzen einer Blase rund um künstliche Intelligenz sowie die Schuldenkrise in Frankreich. Das IHS erwartet, dass die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder an Schwung gewinnt.

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