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Gewerkschaft sieht Gesprächsbedarf nach Aus für Ardo-Werk

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Lichtblicke für die Beschäftigten gibt es nur wenige
©APA, HARALD SCHNEIDER, Themenbild
Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE hat am Mittwoch im Fall der angekündigten Schließung des Werks des Iglo-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich "erheblichen Gesprächsbedarf" in Sachen Sozialplan geortet. "Das bisherige Angebot ist völlig unzureichend", wurde in einer Aussendung festgehalten. Das Unternehmen müsse zudem Gespräche über eine Übernahme und Weiterführung des Standorts ermöglichen.

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"Wenn Ardo schon Arbeitsplätze vernichten will, dann kann sich der Konzern nicht auch noch bei den betroffenen Beschäftigten aus der Verantwortung stehlen", betonte Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE, in der Aussendung. Haken dürfte es insbesondere an der finanziellen Ausgestaltung: "Wer Menschen nach vielen Jahren Arbeit vor die Tür setzt, muss für einen ordentlichen Sozialplan auch ordentlich Geld in die Hand nehmen." Ardo hatte zuletzt ein Hilfs- und Subventionspaket von Bund und Land abgelehnt und in der Vorwoche betont, nun den Fokus auf die Ausarbeitung eines Sozialplans legen zu wollen.

Auch darauf, dass im Marchfeld bereits der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die Ernte im kommenden Frühjahr ausgeblieben ist, ging Binder ein. "Hier wird funktionierende regionale Lebensmittelproduktion mutwillig aufs Spiel gesetzt. Kurze Wege, heimische Produktion, Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Marchfeld werden gefährdet, damit ein internationaler Konzern seine Produktion anderswo konzentrieren kann."

Zu Wort meldete sich am Mittwoch auch die KPÖ Niederösterreich. "Wenn Ardo das Werk nicht weiterführen will, muss die öffentliche Hand eingreifen und die Produktion sichern", verlangte Landessprecher Max Zirngast. Angedacht wurde seitens der KPÖ in einer Aussendung eine Überführung des Werks in öffentliches oder kollektives Eigentum: "Für eine solche Vergesellschaftung müssten Bund und Land die notwendigen gesetzlichen Grundlagen schaffen." Entsprechende rechtliche Schritte sollten umgehend geprüft und eingeleitet werden.

Das Ardo-Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf produziert etwa für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Von der für Ende August 2027 geplanten Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan entsteht. Hinzu kommen 50 Leiharbeitskräfte. Die belgische Gruppe hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), die für Ardo produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.

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