ABO

Heizkesseltausch - Fördertopf bald aufgebraucht

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
++ ARCHIVBILD ++ Die Fördergelder für die Umstellung des Heizsystems sind bald aus
©APA, dpa, Marcus Brandt
Das für heuer geplante Förderbudget von 360 Mio. Euro für den Heizkesseltausch könnte schon bald ausgeschöpft sein. "Laut unseren Berechnungen auf Grundlage der Zahlen, die wir abgefragt haben, wird es in etwa zwei Monaten auch keine Förderungen mehr für den Heizungstausch geben", sagte Grünen-Umweltsprecher Lukas Hammer am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal". Die Grünen hatten zuvor eine parlamentarische Anfrage an Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) gestellt.

von

Auch die Zahl an Heizsystemen, die mit der Förderung heuer getauscht werden können, dürfte nicht so hoch ausfallen wie avisiert. Umweltminister Totschnig habe angekündigt, dass die Förderung für den Tausch von rund 30.000 Heizsystemen reichen soll, hieß es in dem Beitrag. Laut Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbands Erneuerbare Energie, dürften es aber nur 25.000 Systeme werden. Für die Energiewende sind das generell schlechte Nachrichten: "Damit wir bis 2040 Klimaneutralität schaffen, müssten wir pro Jahr 80- bis 100.000 Heizsysteme umstellen", so Prechtl-Grundnig.

Der Verband fordert, dass das Budget für zumindest 60.000 Tauschvorgänge reicht. Zudem brauche es wieder einen eigenen Fördertopf für die thermische Sanierung. Diese war zunächst im Topf für den Heizkesseltausch integriert, im Februar wurde die Förderung für die thermisch-energetische Sanierung allerdings eingestellt. Auch die Grünen fordern Maßnahmen für den Rest des Jahres sowie eine abgesicherte Finanzierung der Förderung im kommenden Doppelbudget.

Die Heizkessel-Förderung sei derzeit Gegenstand der Budgetverhandlungen, das Ergebnis müsse man abwarten, sagte Totschnig am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal". Wichtig sei jedoch für ihn, dass die Regierung auch in Zukunft ausreichend Mittel zur Verfügung stellen könne, "damit diese Heizkessel getauscht werden, damit wir die Klimaziele erreichen", so der Minister. Es gebe eine enorme Nachfrage nach der Förderung, als Ziel würden weiterhin 30.000 Kessel pro Jahr angepeilt. Von einem Verbot für Öl- und Gasheizungen hält der Minister wenig. "Wir wollen auf Freiwilligkeit setzen, auf Anreize", so Totschnig.

Die Arbeiterkammer (AK) schlägt indessen vor, alternative Instrumente zu einer Förderung anzudenken. "Österreich ist ein Land, in dem Förderungen fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden sind. Es ist aber nicht das einzige Instrument, das der Politik zur Verfügung steht", sagte AK-Energieexperte Christoph Streissler im Ö1-"Morgenjournal". Stattdessen könnten begünstigte Darlehen vergeben werden, deren Rückflüsse dann wieder genutzt werden könnten, um weitere Sanierungen und Heizkesseltäusche zu finanzieren. Das würde auch das Budget weniger stark belasten.

Über die Autoren

Logo
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER