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"Österreich behauptet sich stabil unter den europäischen Märkten", sagte ÖW-Geschäftsführerin Astrid Steharnig Staudinger in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Kraus-Winkler und der aus dem Bundeskanzleramt zugeschalteten Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Einer Umfrage unter 10.000 Personen in zehn wichtigen Herkunftsländern (inklusive Österreich) zufolge haben 13 Millionen einen Sommerurlaub in Österreich heuer "fest geplant und größtenteils bereits gebucht", berichtete Steharnig Staudinger.
Weitere 11 Millionen Menschen sind laut ÖW noch als Potenzial erreichbar. "Bis zu 24 Millionen sind also drin, in diesen Märkten", betonte die ÖW-Chefin. "Das entspricht einem Plus von 2 Millionen Ankünften gegenüber dem Vorjahr", erklärte Zehetner. "Unser Wettbewerber ist Italien, mit seinen Bergen und Städten", vermerkte Steharnig-Staudinger.
Für den vergangenen Sommer waren - basierend auf der damaligen "Sommerpotenzialstudie" - 22,5 Millionen Urlauberinnen und Urlauber in Österreich erwartet worden, 21,9 Millionen kamen dann tatsächlich. "Aus der Vergangenheit wissen wir, dass wir hier sehr trittsicher liegen", ist Steharnig-Staudinger von der Treffsicherheit der Umfrage überzeugt.
Derzeit verzeichnen laut einer Blitzumfrage der WKÖ unter den heimischen Beherbergungsbetrieben noch 55 Prozent eine niedrigere Buchungslage als im Vorjahr und nur 14 Prozent eine bessere. "Reiseunsicherheit ist im Moment da", stellte Kraus-Winkler fest. Die Betriebe gehen mit gemischten Gefühlen in die Sommersaison. 38 Prozent der Befragten seien positiv, 37 Prozent weder-noch, also abwartend, und 25 Prozent negativ. Unter dem Strich werde aber "eher mit einer erfolgreichen Sommersaison gerechnet", so die Bundesspartenobfrau mit Blick auf die Buchungen.
"Das Reiseverhalten und die Flugrouten haben sich verändert - wichtige internationale Drehkreuze am Golf können nun wieder stärker genutzt werden, das ist eine gute Nachricht für den Incoming-Tourismus, aber natürlich auch für unsere Reisebüros und Reiseveranstalter, die Gäste sicher ins Ausland begleiten", hielt Zehetner fest. Fernmärkte wie die USA und China blieben für Österreich "ganz wichtige Potenziale". "Trotz der geopolitischen Spannungen ist die Ausgangslage für den Sommer eine sehr gute."
Vor Treibstoffknappheit ab Mitte Mai infolge des Nahost-Konflikts hat sie keine Angst: "Es ist richtig, dass die Europäische Kommission diesbezüglich eine Warnung ausgesprochen hat - in Österreich sind wir gut versorgt", sagte die Tourismus-Staatssekretärin auch mit Blick auf den Flughafen Wien. "Es gibt Vorkehrungen, wir brauchen uns keine Sorgen zu machen." Auch die Kraftstoffversorgung für Pkw-Anreisen sei "auf Basis der derzeitigen Lage sehr stabil". Die Preise hätten sich stabilisiert - "leider auf höherem Niveau". Diesel werde zu 50 Prozent importiert, Benzin in Österreich raffiniert.
Entscheidend sei aber "nicht nur die hohe Nachfrage, sondern dass wir diese Nachfrage in Wertschöpfung übersetzen". "Wir wollen volle Häuser, die investieren können und damit als Konjunkturmotor in den Regionen fungieren können", betonte die Tourismus-Staatssekretärin.
"Wir haben kein strukturelles Problem beim Angebot und der Nachfrage, aber bei der Profitabilität", bekräftigte Kraus-Winkler und verwies auf die steigenden Lebensmittel-, Personal- und Energiekosten, die "nicht eins zu eins an die Gäste weitergegeben werden können". "Volle Häuser und niedrige Erträge sind in Österreich leider Realität geworden."
Der demnächst startende Eurovision Song Contest (ESC) in Wien bringt unmittelbar keinen Buchungsschub. "Viele buchen Ferienwohnungen oder gehen in günstigere Unterkünfte - wir haben sicher noch Luft nach oben, aber wir sind nicht enttäuscht, wir sehen nicht nur das Momentum dieser Woche, sondern das Event als Nachfrage-Booster", sagte Steharnig-Staudinger vorausblickend.
"Es geht nicht um das singuläre Ereignis, sondern dass wir die Strahlkraft für zukünftige Buchungen nutzen", bekräftigte Zehetner. Die Zielgruppe des ESC, die auf junge Menschen ziele, entspreche nicht der klassischen Mischung der Gäste, ergänzte Susanne Kraus-Winkler. "Das war zu erwarten."






