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Insgesamt unterstützten die insgesamt 67 Schuldnerberatungen österreichweit 61.221 Personen, wie der aktuelle Schuldenreport zeigt. Der häufigste Grund für Überschuldung war auch 2025 der Verlust des Arbeitsplatzes bzw. eine Verschlechterung des Einkommens (36,4 Prozent). Es folgten Umgang mit Geld bzw. mangelnde Finanzbildung (20,1 Prozent) und ehemalige Selbstständigkeit (19,1 Prozent). Die bereinigte Durchschnittsverschuldung betrug 56.432 Euro.
Mehr als ein Drittel der Klientinnen und Klienten der Schuldenberatungen ist laut Report arbeitslos. "Es ist nicht verwunderlich, dass eine Arbeitslosigkeit die Finanzen schwer erschüttert", sagte Mitterlehner. Schlussendlich stünden bei der Arbeitslosigkeit nur mehr 55 Prozent des Einkommens zur Verfügung. "Sehr, sehr viele arbeitslose Menschen leben unter der Armutsgefährdungsschwelle", ergänzte der ASB-Chef. Mitterlehner plädierte dafür, die weitgehende Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose für jene Menschen, die sich in einem Schuldenregulierungsverfahren befinden oder ein solches vorbereiten, aufzuweichen.
Zudem wurden im vergangenen Jahr 8.768 Privatkonkurse eröffnet, rund 70 Prozent davon wurden von einer Schuldenberatung begleitet oder vertreten. Mitterlehner warnte in diesem Zusammenhang vor einer "dramatischen Verschärfung" in diesem Bereich. Der Grund: Mit Juli läuft eine Regelung aus, die eine dreijährige Entschuldungsdauer für Privatpersonen ermöglicht. "Dann würden Verbraucherinnen und Verbraucher länger für eine Entschuldung brauchen als Unternehmerinnen und Unternehmer", erklärte Mitterlehner. Besonders Frauen wären davon betroffen, da sie häufig als Bürginnen auftreten. "Das ist nicht nur himmelschreiend ungerecht, sondern auch verfassungsrechtlich höchst bedenklich", betonte der ASB-Chef.
Außerdem forderte Mitterlehner, die Gläubigerseite stärker in die Verantwortung zu nehmen. Diese würde "an Krediten und Schulden gut" verdienen - "und wir sorgen dafür, die Schattenseiten der Kreditfinanzierung zu korrigieren", kritisierte er. Mitterlehner schlug eine Art Bankenabgabe in Höhe von 0,1 Prozent der Kreditsumme vor. Damit könnte die Schuldenberatung vollständig finanziert und die öffentliche Hand entlastet werden.
Konsumentenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) betonte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitterlehner die Notwendigkeit eines "niederschwelligen und kostenfreien" Zugangs zu einer Schuldenberatung. Eine Umfrage seitens der Schuldenberatung zeige, dass sie "durchaus wirkt", so Königsberger-Ludwig. Demnach sagten 90 Prozent nach der Beratung, dass sie wieder einen Ausweg aus der Situation sehen; 82 Prozent berichteten von einer Verbesserung in Familie und Beziehung. Der Umgang mit Geld sei eine Schlüsselkompetenz, betonte die Staatssekretärin und stellte mehrere Maßnahmen, darunter Pilotprojekte zur Finanzbildung, vor.





