Die Einkünfte der Land- und Forstwirtschaft sind 2025 im Schnitt um rund 18 Prozent auf 47.100 Euro je Betrieb gestiegen. Der Grüne Bericht, über den der Nationalrat am 15. Oktober debattiert, zeigt aber auch: Für 2026 zeichnet sich wegen der Dürre ein deutlicher Rückgang ab.
Die wichtigsten Zahlen
Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Österreich haben 2025 deutlich besser verdient als im Jahr davor. Laut dem Grünen Bericht 2026 des Landwirtschaftsministeriums lagen die durchschnittlichen Einkünfte bei rund 47.100 Euro je Betrieb, ein Plus von etwa 18 Prozent. Je betrieblicher Arbeitskraft ergeben sich rund 34.800 Euro, umgerechnet auf die geleistete Arbeit entspricht das einem Bruttostundenlohn von etwa 16 Euro.
Überdurchschnittlich legten laut Parlamentskorrespondenz die Bergbauernbetriebe mit 31 Prozent und die Biobetriebe mit 27 Prozent zu. Ihre Einkünfte liegen teils aber weiterhin unter dem Durchschnitt der konventionellen Betriebe. Inflationsbereinigt bewegen sich die bäuerlichen Einkünfte laut Ministerium ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2010.
Warum die Einkünfte gestiegen sind
Mehrere Faktoren kamen 2025 zusammen. In der Tierhaltung stiegen die Erzeugerpreise, auch im Zusammenhang mit Tierseuchen, zugleich wurde in der Milch- und Rinderhaltung mehr produziert. Bei Getreide und Ölsaaten fielen die Ernten höher aus, und in der Forstwirtschaft wurde mehr Holz eingeschlagen.
Dazu kamen höhere Zahlungen aus dem Agrarumweltprogramm ÖPUL sowie zusätzliche Einnahmen aus Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof. Gebremst wurde das Plus durch niedrigere Preise für Mastschweine und Ferkel sowie durch höhere Kosten für Futter- und Düngemittel.
Warum 2026 ein Rückgang erwartet wird
Für das laufende Jahr erwartet der Bericht eine deutlich schwächere Entwicklung. Hauptgrund ist die Dürre: Die Erträge im Grünland lagen im Schnitt um etwa ein Drittel unter dem üblichen Niveau. Viele Betriebe mussten deshalb bereits Wintervorräte verfüttern oder Futter zukaufen. Zugleich bleiben die Produktionskosten hoch.
Für die Zeit ab 2028 hält das Ministerium ein ausreichendes Budget und eine gezielte Ausgestaltung des ÖPUL und der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete für wichtig, damit die Betriebe widerstandsfähig bleiben. Dann beginnt die neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU.
Was der Nationalrat am 15. Oktober berät
Der Grüne Bericht muss dem Parlament laut Landwirtschaftsgesetz jedes Jahr im September vorgelegt werden. Im Landwirtschaftsausschuss nahmen ihn ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne zur Kenntnis, auf Verlangen der ÖVP wird er am 15. Oktober im Plenum diskutiert. Laut Parlamentskorrespondenz dürften dabei auch die Dürrehilfen ein zentrales Thema sein.
Auf der Tagesordnung steht außerdem eine Entschließung zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel. Sie fordert mehr Forschung zu Ernährungssicherheit, klimaangepasster Produktion sowie Wasser- und Bodenbewirtschaftung und Maßnahmen wie eine nachhaltige Bewässerung. ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne unterstützen sie, die FPÖ stimmte im Ausschuss dagegen und vermisst konkrete Maßnahmen.
