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Steinegger und Schmiedtbauer appellierten unter anderem an die Konsumenten, die Obstbauern durch Nachfrage zu unterstützen. Denn die Dürre bringe "viele Obstbauern ans Limit und an die Existenzgrenzen", so Steinegger. Eine Normalernte wie 2025 sei zuletzt die Ausnahme gewesen. Die Früchte seien heuer kleiner, man könne aber die Versorgung in Österreich sichern. Agrarlandesrätin Schmiedtbauer sagte, das Land habe mit der Förderung von Bewässerungsmaßnahmen mit 65 Prozent der Kosten einen wichtigen Schritt gesetzt. Rund 200 Betriebe hätten seither über 8 Mio. Euro in Beregnungssysteme investiert. Rund ein Drittel der Betriebe könne seine Anbauflächen mittlerweile künstlich bewässern.
Die Obstbauernfamilie Singer sorgt schon seit Generationen vor, vor 50 Jahren wurde der erste Speicherteich angelegt, der nun allerdings saniert werden muss. Mittlerweile verfügt man über zwei weitere Speicherteiche, die zur Frostberegnung und zum Bewässern vor allem der jungen Bäume eingesetzt werden. Denn bei den älteren Bäumen reichten die Wurzeln bereits tief genug, so Obstbauer Josef Singer. Mit der Frostberegnung werden die Blüten im Frühjahr vor tiefen Temperaturen geschützt. Verwendet wird das Regenwasser unter anderem von Dachflächen.
Den heurigen Sommer nannte Singer problematisch, wegen der lang anhaltenden Trockenheit. Man müsse mit jedem Tropfen Wasser haushalten. Die Kosten für die Beregnungsanlagen habe man nur mithilfe der Landesförderung stemmen können.
Singers Ehefrau Viktoria, die auch die Selbstvermarktung und den Hofladen betreibt, zeigte sich aber trotz der klimabedingten Herausforderungen optimistisch: "In Pessimismus versumpern ist nicht vorteilhaft." Die Bevölkerung merke, wie aufwendig die Apfelproduktion sei, das werde mittlerweile auch geschätzt. Mit der Ernte habe man heuer rund zwei Wochen früher als sonst begonnen. Josef Singer schilderte anhand zweier Äpfel der Sorten Golden Delicious und Elstar, wie sich Frost und Trockenheit auf die optische Erscheinung auswirkten. Manche "Zeichnungen" auf der Apfelschale machten Konsumenten und Handel skeptisch, allerdings habe der "Stress" die Frucht auch positiv beeinflusst, der Apfel entwickle dann mehr Antioxidantien. In Südafrika etwa werde ein Apfel mit solch einer Zeichnung als schmackhafter geschätzt.
Rund 76 Prozent der Apfelanbaufläche in Österreich befinden sich in der Steiermark, vor allem im Osten des Bundeslandes. Pro Kopf werden in Österreich rund 16 Kilogramm Äpfel gegessen. Die Hauptsorten in der Steiermark sind nach Erntemenge Gala mit 30 Prozent, Golden Delicious (20), Evelina (15) und Braeburn sowie Elstar (je 5). Der Rest verteilt sich auf u. a. Jonagold, Kronprinz Rudolf oder Fuji. Heimische Äpfel haben einen Inlandsmarktanteil von rund 90 Prozent.
In der Steiermark kultivieren rund 900 Obstbauern Äpfel auf rund 4.600 Hektar Fläche und sichern laut der steirischen Landwirtschaftskammer in den Betrieben und im Umfeld rund 3.000 Jobs. Der Transportweg eines steirischen Apfels in ein Geschäft beträgt rund 150 Kilometer. Bei Äpfeln aus Neuseeland sind es rund 19.000 Kilometer.
