In Liechtenstein wurde mehrere Produkte bereits verboten. Aus Sicht der Aufsicht bräuchte TGI für seine Angebote eine Banklizenz.
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Der Goldhändler TGI, vom Ehepaar Helmut und Katarina Kaltenegger geführt, gerät zunehmend ins Visier der Finanzmarktaufsichten deutschsprachiger Länder. TGI hat seinen Sitz in Liechtenstein, die Aufsicht des Fürstentums hat ihnen nun das Anbieten einiger Produkte untersagt, wie Kurier und Krone am Freitag schreiben. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Österreichs hatte bereits Ende April gewarnt, dass für ihre Geschäfte eine Banklizenz nötig wäre – die TGI aber nicht hat. TGI ist derzeit vor allem im deutschsprachigen Raum tätig.
Die Aufsichtsbehörden sind insbesondere wegen Angeboten besorgt, in denen Kunden Geld zahlen und dann jahrelang bei TGI lassen, um danach Gold mit einer Ermäßigung zu erhalten. Das wird von der Finanzmarktaufsicht als Einlagengeschäft gewertet, wofür eine Banklizenz nötig wäre. Am 18. April hat auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) der TGI den Vertrieb von zwei Produkten in Deutschland untersagt, schreibt der Kurier.
Nur 15 Prozent der Kunden betroffen
Gegenüber der Krone äußerte sich Helmut Kaltenegger, Hauptaktionär der TGI und Präsident des Verwaltungsrates, zur aktuellen Entscheidung in Liechtenstein "gelassen". "Dieses Verbot betrifft nur rund 15 Prozent unserer Kunden. Die beanstandeten Produkte werden aktuell repariert", sagte er. Seine Kundinnen und Kunden seien zu 100 Prozent zufrieden.
TGI hat nach eigenen Angaben 50.000 Kunden und bestreitet, Einlagengeschäfte zu tätigen. Der Kurier zitiert Kaltenegger mit der Ankündigung, "wir werden uns schön langsam aus dem DACH-Raum zurückziehen". Es gebe schon die TGI International in Dubai. TGI wolle sich "auf Länder in Südamerika und im asiatischen Raum konzentrieren". "Da haben wir schon Riesenerfolge. Ob wir uns aus Vaduz zurückziehen, steht noch ein bisschen in den Sternen, weil wir wollen und müssen ja alles sauber abwickeln."
Promiauftritte und Sportsponsoring
Helmut Kaltenegger und seine Frau bewegen sich gerne an Society-Parkett. So haben sie heuer bereits eine Reality-TV-Show "Die Kalteneggers, Eine Familie wie ein Goldrausch" gedreht. Zum Opernball brachten sie den Comedian Oliver Pocher. Und Kaltenegger hat sich zwei Mal eher erfolglos als Sponsor im österreichischen Fußball versucht. Als Hauptsponsor des DSV Leoben stieg er nach Angaben des Klubs Ende 2024 kurzfristig während der laufenden Saison aus seinem Vertrag aus, Ende Jänner 2025 kam es zur Insolvenz des Vereins.
Verhandlungen über einen Wiedereinstieg als Sponsor bei Leoben nach der Pleite seien trotz mündlicher Einigung ebenso abrupt abgebrochen worden – praktisch zeitgleich gab Austria Klagenfurt Mitte April 2025, damals in der Bundesliga, die Kooperation mit TGI bekannt. Sie sollte bis zum Sommer 2026 dauern, allerdings stieg der Kärntner Verein aus der ersten in die zweite Fußball-Liga ab, woraufhin Kaltenegger seine Sponsorgelder von über 700.000 Euro zurückgefordert hat. Im Februar 2026 war Austria Klagenfurt dann pleite, TGI blieb aber Hauptaktionär, Kaltenegger wurde Präsident. Damals hieß es, TGI solle als Gesellschafter einsteigen.






