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Bauern melden erste Schäden wegen Dürre

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++ ARCHIVBILD ++ Bis Mitte Mai keine größeren Regenmengen prognostiziert
©APA, dpa, Boris Roessler
Die Rekord-Trockenheit im März und April in weiten Teilen Österreichs sorgt in der Landwirtschaft für Nervosität. Bäuerinnen und Bauern verzeichnen erste Schäden. "Es wird Ausfälle geben, vor allem bei Wintergetreide, Mais, Soja, aber auch im Grünland", sagte Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger zur APA. Ohne "ordentlichen Regen" in den nächsten zwei Wochen werde es "deutliche Ertragseinbußen geben".

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Die Lage in der Landwirtschaft wird sich wohl vorläufig nicht entspannen, weil für die kommenden Tage und Wochen derzeit österreichweit keine größeren Regenmengen prognostiziert sind.

Besonders von der Dürre betroffen ist aktuell die Landwirtschaft in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Burgenland, Wien und der Steiermark. Das bisher niederschlagsarme Jahr hat in Österreich mit einem der trockensten Aprilmonate einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Laut vorläufiger Geosphere-Bilanz verliefen nur vier Aprilmonate seit 1858 trockener. In sieben Bundesländern waren die Niederschlagsdefizite mit minus 65 bis 75 Prozent besonders hoch - und an manchen Orten fiel nicht einmal 15 Prozent der Regenmenge, die in einem April durchschnittlich anfällt.

Die extreme Trockenheit kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Im April werden die Frühjahrssaaten ausgesät, die dann keimen und wachsen sollten. Durch den fehlenden Niederschlag und wenig Feuchtigkeit im Boden sind die Keimung und das Pflanzenwachstum - etwa bei Mais und Zuckerrüben - nur schwer möglich. Bei Getreide findet das Hauptwachstum im April und Mai statt, heuer hat es in diesen beiden Monaten praktisch noch nicht geregnet. "Wenn Kulturen schlecht mit Wasser versorgt und geschwächt sind, steigt auch der Schädlingsdruck", sagte der Landwirtschaftskammer-Chef.

Die Dürre im Grünland wird auch bei den Rinder- und Milchbauern zu fehlendem Futter führen. Tiefwurzelnde Dauerkulturen (u.a. Wein und Obst) sind von der Trockenheit derzeit noch weniger betroffen.

Für die Spargelbauern, die derzeit mitten in der Vollernte stehen, ist die Trockenheit kein wirkliches Problem. Denn die Pflanze hat ihren größten Wasserbedarf nicht in der Erntezeit, sondern im Juni, wenn sie sich für das Folgejahr regeneriert. Sollte es in dieser Phase zu trocken sein, stößt die Pflanze neue Triebe ab, was es zu vermeiden gelte, erklärte Werner Magoschitz vom Verein Marchfeldspargel im Gespräch mit der APA. In dem Fall müsse man zwar künstlich beregnen, diese "Blockberegnung" erfolge aber ohnehin in den meisten Jahren. "Die Trockenheit ist beim Spargel nicht so dramatisch wie bei anderen Kulturen", so Magoschitz' Fazit. Generell wird im Gemüsebau meistens bewässert.

Besorgter sind die Rübenbauern. Mit der aktuellen Trockenheit sei die Lage "alles andere als optimal", zumal diese die Ausbreitung des Rüsselkäfers begünstige, der die Zuckerrüben auffrisst. Von einer Bedrohung für die Ernte will Markus Schöberl vom Rübenbauerbund jedoch zum aktuellen Zeitpunkt - Haupternte ist im Oktober - nicht sprechen. "Wir hatten solche Situationen schon früher. Wenn im Juni genügend Regen fällt, sehe ich die Ernte großteils nicht in Gefahr", so Schöberl zur APA. Besser seien Niederschläge allerdings schon in den kommenden zwei Wochen, hielt er fest.

Trotz möglichen Ernteausfällen im laufenden Jahr sind die Erzeugerpreise für die Bauern, etwa bei Weizen und Kartoffel, weiterhin niedrig. Im Vorjahr habe es "eine gute Ernte" gegeben, deswegen seien "die Preise nach wie vor tief", sagte der Ackerbau-Experte der Landwirtschaftskammer Österreich, Andreas Pfaller, zur APA. Auf der anderen Seite seien die Bauern mit stark gestiegenen Sprit- und Düngemittelkosten aufgrund des Iran-Kriegs konfrontiert.

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