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Zolldrohung erhöht Unsicherheit in Kfz-Industrie

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Von höheren Auto-Zöllen betroffen wären wohl auch Autoteile
©APA, HERBERT PFARRHOFER
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf Autos und Lastwagen von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen, lässt die Unsicherheit auch in der österreichischen Kfz-Industrie wieder steigen. Derzeit würden alle in der Luft hängen, weil nicht klar ist, was wirklich passiert, sagte IV-Experte Igor Sekardi am Montag zur APA. Bisher gebe es keine Details, und es sei auch kein konkretes Datum bekannt. Es wäre jedenfalls ein Bruch des Abkommens.

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Sekardi sagte, Trump sei offenbar ungeduldig, weil die EU das Abkommen noch nicht unterschrieben hat. Dies sei aber der reguläre Gesetzwerdungsprozess der EU und dauere seine Zeit. Zuletzt hatte das EU-Parlament seine Position festgelegt und dabei auch für den Fall vorgesorgt, sollten sich die USA nicht an den Deal halten. Da es sich um kein klassisches Handelsabkommen, sondern um eine Verordnung handelt, liege diese nun im Trilog, wo sich Parlament, Kommission und Rat abstimmen.

Sollte Trump die Zölle für den Automobilsektor tatsächlich anheben, wäre Deutschland am stärksten betroffen, aber auch Staaten wie die Slowakei und Ungarn, in denen viele Autos gebaut werden. Österreich wäre ebenfalls betroffen: 2024 - noch vor dem Einbruch um 20 Prozent - lagen Österreichs Automotive-Exporte in die USA bei 2,8 Mrd. Euro bei insgesamt 16 Mrd. Euro, sagte Sekardi.

Der Handelsexperte in der Industriellenvereinigung (IV) weist darauf hin, dass höhere Zölle höchstwahrscheinlich nicht nur fertige Fahrzeuge betreffen würden, sondern auch Autoteile wie Lenkradbezüge oder Lichtmaschinen. Österreichs Zulieferer würden die Zölle nicht nur treffen, wenn sie selbst in die USA exportieren, sondern auch, wenn sie Autohersteller in Deutschland, Frankreich oder Italien beliefern.

Die IV hält es angesichts der neuen Drohung für wichtig, den Deal rasch umzusetzen. Die 2025 geschlossene Vereinbarung mit Trump sei zwar schmerzhaft, weil für Aluminium und Stahl Zölle von 50 Prozent oder mehr vorgesehen sind, schaffe aber Sicherheit. Gleichzeitig zeige sich einmal mehr, dass man sich auf Trump nicht verlassen könne und sich Europa deshalb beim Export breiter aufstellen müsse. Entsprechend wichtig seien daher die Handelsabkommen mit Südamerika, Mexiko oder Indien, so Sekardi.

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