Das Robotaxi-Unternehmen Waymo expandiert nach Kanada. In Toronto sollen ab 2028 die ersten Fahrgäste ohne Menschen am Steuer unterwegs sein, schon in den nächsten Tagen beginnen die ersten Testfahrten. Wie der Start abläuft und wer daran beteiligt ist.
Erste Fahrgäste ab 2028
Das Robotaxi-Unternehmen Waymo will in Toronto einen Fahrdienst mit vollständig autonomen Fahrzeugen aufbauen. Das hat die Schwesterfirma von Google am 16. Oktober angekündigt. Die ersten Fahrgäste sollen 2028 einsteigen können. Dazu investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in Standorte und Arbeitsplätze vor Ort.
Co-Chefin Tekedra Mawakana bezeichnete die Stadt als „eine der großen Städte der Welt“ und den Schritt als wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer weltweiten Präsenz. Die Ankündigung wurde in der Techszene breit diskutiert, auf der Plattform Hacker News gehörte sie mit mehr als 400 Kommentaren zu den meistdiskutierten Themen des Tages.
Erst kartieren, dann testen
Waymo setzt nach eigenen Angaben auf einen schrittweisen Start. In den nächsten Tagen sollen die ersten Fahrzeuge in Toronto unterwegs sein, zunächst noch von Menschen gesteuert. Sie erstellen hochauflösende Karten der Straßen. Danach folgen Testfahrten, bei denen geschulte Fachkräfte hinter dem Steuer sitzen und eingreifen können.
Erst am Ende dieser Phasen sollen die Fahrzeuge ohne Menschen am Steuer Fahrgäste befördern. Das Unternehmen spricht von einem Vorgehen, bei dem die Sicherheit an erster Stelle stehe. Eine Herausforderung in Toronto ist der Winter mit Schnee und Eis, Waymo verweist dazu auf die Arbeit an einem Fahrsystem für alle Wetterlagen.
Magna als Partner
Als Fertigungspartner nennt Waymo den kanadischen Autozulieferer Magna International, der unter anderem in Graz Fahrzeuge für andere Hersteller baut. Um die Flotte vor Ort kümmert sich der Flottendienstleister Element Fleet Management. Dadurch sollen mit der Zeit Hunderte Arbeitsplätze in der Region entstehen.
Auch die Blindenorganisation BALANCE for Blind Adults ist eingebunden. Deren Chefin Michelle McQuigge lobte, dass Waymo früh das Gespräch mit Menschen mit Sehbehinderung gesucht habe. Für sie könnten fahrerlose Taxis mehr Selbstständigkeit im Alltag bedeuten.
Was Waymo zur Sicherheit angibt
Waymo-Fahrzeuge haben laut Unternehmen bisher mehr als 400 Millionen Kilometer vollständig autonom zurückgelegt. In den Städten, in denen der Dienst läuft, seien sie an 95 Prozent weniger Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen beteiligt gewesen als menschliche Fahrerinnen und Fahrer.
Bis zum geplanten Start im Jahr 2028 liegen nach dem Zeitplan des Unternehmens noch die Kartierung der Straßen und eine Testphase mit geschulten Fachkräften am Steuer. Wie lange diese Phasen im Einzelnen dauern, hat Waymo nicht bekanntgegeben.
