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Die Lehrlingsausbildung bleibt ein entscheidender Standortvorteil, sie steht aber vor großen strukturellen Herausforderungen, so das Ergebnis der am Montag präsentierten Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw), die die WKV in Auftrag gab. "Das System der Lehrlingsausbildung ist im Augenblick schwerstens gefährdet", so Kopfs Fazit. So erhöhte sich laut der Studie in Vorarlberg, das ja als Lehrlingsland gilt, der Anteil an Schülerinnen und Schülern der BHS binnen zehn Jahren von 29,3 auf 34,5 Prozent. Parallel dazu verloren die für die Berufsorientierung wichtigen polytechnischen Schulen an Bedeutung. Schulformen gehörten "ehrlich hinterfragt". Man müsse sich die Frage stellen, ob es die gesamte Vielfalt der Schultypen noch brauche. Es benötige vor allem jene, die jungen Menschen später Chancen auf dem Arbeitsmarkt böten.
Während weiterführende Schulen und Hochschulen verstärkt Zulauf hätten, fehlten zugleich Fachkräfte mit praktischen Qualifikationen, so Studienautor Thomas Mayr. "Digitale Technologien können vieles unterstützen, aber sie schneiden keine Haare, installieren keine Heizungen und renovieren keine Häuser", betonte er die Bedeutung praktischer beruflicher Bildung. Fast 87 Prozent der Ausbildungsbetriebe berichteten von einem erhöhten Betreuungsaufwand für ihre Lehrlinge, 62 Prozent gaben an, dass viele Bewerberinnen und Bewerber nicht ausreichend über Grundkompetenzen verfügten, vor allem in Mathematik, beim sinnerfassenden Lesen, Sozialkompetenzen und vernetztem Denken. Man brauche hier strukturelle Reformen in der Bildung, forderte Kopf. Kein 15-Jähriger dürfe die Pflichtschule mehr ohne Grundfertigkeiten verlassen.
Die stellvertretende WKV-Direktorin Gudrun Petz-Bechter betonte die guten Einkommensperspektiven von Lehrabsolventen und -absolventinnen. 18 Monate nach Ausbildungsabschluss verdienten 74 Prozent mehr als 2.400 Euro brutto und erreichten damit nahezu das Niveau von Absolventen berufsbildender höherer Schulen. "Die tatsächlichen Karriere- und Einkommenschancen der Lehre werden gesellschaftlich vielfach unterschätzt", so Petz-Bechter. Als ungenutzte Potenziale nannte die Studie Frauen, die weiter in technischen Lehrberufen zu wenig präsent seien, und erwachsene Interessierte.
PRODUKTION - 09.04.2024, Sachsen, Zittau: Ein Banner mit der Aufschrift ·Lehrlinge gesucht· hängt an einem Zaun. (zu dpa: «Generationslücke: Betriebe werben um Azubis am falschen Ort») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.






