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"Die Kniearthroskopie zählt weltweit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Jährlich werden schätzungsweise vier Millionen solcher Operationen durchgeführt. Sie ist in der Regel bei jungen, ansonsten gesunden Patienten mit wenigen oder keinen Begleiterkrankungen angesagt. Obwohl sie als minimalinvasiver und risikoarmer Eingriff gilt, ist die Kniearthroskopie mit einigen Komplikationen verbunden. Eines der wichtigsten Risiken nach der Operation ist die Entwicklung einer venösen Thromboembolie (VTE), die sowohl die tiefe Venenthrombosen als auch die (potenziell lebensgefährliche; Anm.) Lungenembolie umfasst", schrieben Aylin Albrecht (Klinische Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin, MedUni Wien/AKH) und ihre Co-Autoren.
Die "Spiegelung" des Kniegelenks per "Knopflochchirurgie" ist ein zentrales Mittel zur Diagnose von Schäden. Gleichzeitig können ohne sprichwörtlich großen Schnitt beispielsweise Einrisse an einem Meniskus genäht oder Knorpeloberflächen geglättet werden. Während aber bei großen orthopädischen Operationen seit vielen Jahren durch die Hemmung der Blutgerinnung mit Medikamenten wie Heparin vergleichsweise relativ häufige Thrombosen verhindert werden, ist die Situation bei den minimal-invasiven Arthroskopien bisher nicht so klar gewesen.
Die Wissenschafter: "Aufgrund der begrenzten Datenlage ist es weiterhin unklar, ob eine medikamentöse Prophylaxe symptomatischer venöser Thromboembolien (VTE) nach Kniearthroskopie empfohlen werden sollte. Diese Unsicherheit spiegelt sich im Fehlen eindeutiger Empfehlungen in den aktuellen internationalen Leitlinien wider."
Aylin Albrecht und ihre Co-Autoren analysierten deshalb die Daten der österreichischen Krankenhäuser und der Krankenkassen für den Zeitraum von Jänner 2016 bis Ende 2023 für die durchgeführten Standard-Kniearthroskopien, die allfällige Thrombose-Prophylaxe mit dem zumeist verwendeten "Blutverdünner" Enoxaparin und dem Auftreten von venösen Thromboembolien binnen drei Monaten. 99.916 Patienten konnten ausgewertet werden.
Die Ergebnisse sprechen offenbar auch bei Kniearthroskopien für eine Thromboseprophylaxe. "67.108 (67 Prozent) erhielten Enoxaparin, 32.808 (33 Prozent) nicht. Symptomatische venöse Thromboembolien (VTE) traten bei 380 Patienten (0,57 Prozent) in der Enoxaparin-Gruppe und bei 293 Patienten (0,89 Prozent) in der Kontrollgruppe (ohne Prophylaxe; Anm.) auf. Die Enoxaparin-Prophylaxe war mit einer signifikant niedrigeren Häufigkeit symptomatischer VTE assoziiert (Verringerung des Risikos um 36 Prozent; Anm.) ...", schrieben die Wissenschafter. Nebenwirkungen seien selten registriert worden.
Zehn Tage Enoxaparin-Thromboseprophylaxe kosten in Österreich zwischen 25 und 30 Euro. Laut den Berechnungen müsste man im Durchschnitt 310 Patienten nach einer Arthroskopie so behandeln, um eine Spitalsaufnahme wegen Thromboembolie zu verhindern.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Arzt / Ärzte / Krankheit / Gesundheit / Medizin / Untersuchung / Überweisung / Diagnose / Behandlung / Patienten / ÖGK" - Im Bild: Ein Arzt hält ein Knie-Modell und untersucht eine Person am Knie, aufgenommen am Mittwoch, 21. Mai 2025. (Gestellte Szene).





