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Telemedizinisches Training hilft Long-Covid-Betroffenen

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Kognitive Rehabilitation soll langfristig wirken
©APA/APA/TECHT/HANS KLAUS TECHT
Etwa ein Viertel der Long-Covid-Patienten leidet auch an kognitiven Problemen mit Konzentrationsstörungen, "Brain Fog" und anderen Gehirnleistungsdefiziten. Eine individuell abgestimmte Rehabilitation per Telemedizin hilft langfristig, haben jetzt Wissenschafter des University College London in einer wissenschaftlichen Arbeit belegt.

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"Long Covid ist definiert als infektionsassoziierte chronische Erkrankung, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftritt und mindestens drei Monate anhält. Sie kann kontinuierlich verlaufen, schubweise mit Phasen von Rückfällen und Remissionen auftreten oder fortschreiten. Die Erkrankung betrifft dabei ein oder mehrere Organsysteme. Mehr als 27 Prozent der Covid-19-Überlebenden haben anhaltende kognitive Einschränkungen. Kennzeichen sind Defizite in exekutiven Funktionen, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit, Gedächtnis sowie in visuell-räumlichen und sprachlichen Fähigkeiten", hieß es jetzt im Deutschen Ärzteblatt zu der Fachpublikation, die in der amerikanischen Ärztepublikation JAMA online herausgekommen ist (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2026.20687).

Martina Vanova und ihre Co-Autoren untersuchten im Vergleich zu einer Gruppe von Betroffenen mit Standard-Nachsorge, ob ein Programm mit telemedizinischem Training auf individuell festgelegte Ziele hin eine wirksame Intervention darstellt. In die Studie wurden 78 Long-Covid-Erkrankte aufgenommen. Die Teilnehmer planten für sie und ihre Situation persönliche Ziele für die kognitive Rehabilitation.

Die Betroffenen wurden anschließend per Zufall zwei Gruppen zugeordnet. Die eine wurde standardmäßig für Long Covid behandelt (TAU, treatment as usual). Die Maßnahmen variierten zwischen den Teilnehmern: Sie reichten von einer medikamentösen Symptomkontrolle, zum Beispiel bei Kopfschmerzen und Angstzuständen, bis hin zu nicht medikamentösen Maßnahmen wie Physiotherapie und Fatigue-Management.

"Die andere Gruppe erhielt eine kognitive Rehabilitation. Diese bestand aus zehn wöchentlichen telemedizinischen Sitzungen von jeweils einer Stunde, in denen die individuellen Ziele bearbeitet wurden. Primärer Endpunkt war die von den Teilnehmenden berichtete Erreichung von drei definierten Zielen", schrieb die deutsche Ärztezeitung. Die Situation der Studienteilnehmer wurde nach drei und sechs Monaten erhoben.

Zu Beginn hatten die Probanden auf einer zehnteiligen Skala im Durchschnitt nur 2,9 Punkte in Sachen Zielerreichung. Der mittlere Wert für die Zufriedenheit mit der eigenen Situation lag auf dieser Skala bei einem Wert von nur 2,2. Die Telemedizin-Sitzungen mit individueller Betreuung waren jedenfalls wirksam: Im Mittel betrug der Wert für die Zielerreichung in dieser Gruppe nach drei Monaten 7,84 auf der zehnteiligen Skala, in der Vergleichsgruppe mit Standardbehandlung hingegen nur 4,97. Im Mittel war damit der Wert in der Behandlungsgruppe um den Faktor 2,88 besser, was einem großen Effekt entsprach. Nach sechs Monaten wurde ebenfalls noch ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen um 1,72 Punkte registriert.

++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "ME/CFS - Post-COVID-19-Syndrom (Long COVID)": Im Bild Informationen zu ME/CFS - Post-COVID-19-Syndrom (Long COVID) der Med Uni Wien auf einem Smartphone, aufgenommen am Freitag, 19. September 2025. Mit der Corona-Pandemie sind post-akute Infektionssyndrome (PAIS) verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt - und damit auch ME/CFS. Die Zahl der Betroffenen stieg (und steigt) auch durch die Covid-19-Erkrankungen stark an.

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