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Taillenumfang schlägt Body-Mass-Index bei Senioren

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BMI unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln
©INDRANIL MUKHERJEE, Afp, APA
Bei Menschen über 65 Jahren ist der Body-Mass-Index nur wenig aussagekräftig, was das Sterblichkeitsrisiko angeht. Der Taillenumfang schlägt den BMI als Marker für eine Gefährdung, haben US-Wissenschafter herausgefunden. Um gesundheitliche Risiken älterer Erwachsener einzuschätzen, reicht der Body-Mass-Index (BMI) allein nicht aus. Vielmehr müssten weitere Parameter wie der Taillenumfang berücksichtigt werden.

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Das schrieben jetzt Furong Xu von der Universität Rhode Island (USA) und die Co-Autoren im "Journal of the American Geriatrics Society", so das Deutsche Ärzteblatt (DOI: 10.1111/jgs.70600). Die US-Wissenschafter haben ein klassisches Paradoxon belegt: Während seit langem auf der Ebene ganzer Bevölkerungen und über alle Altersgruppen hinweg klar belegt ist, dass Adipositas (BMI größer 30) ein höheres Sterberisiko, vor allem durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bedeutet, scheint das bei älteren Menschen nicht der Fall zu sein. So sei ein höherer BMI mit einer niedrigeren Sterblichkeit bei Erwachsenen ab 65 Jahre assoziiert gewesen. Demgegenüber hätte ein größerer Taillenumfang als Marker für abdominale Adipositas (vermehrtes Bauchfett) unabhängig vom BMI ein größeres Mortalitätsrisiko bedeutet.

"In der Studie hatten Männer mit Übergewicht und mit Adipositas Grad I und II (BMI 30 bis 40) gegenüber Normalgewichtigen ein um 46 Prozent beziehungsweise 51 Prozent niedrigeres Mortalitätsrisiko. Gleichzeitig war ein größerer Taillenumfang mit einem um 24 Prozent erhöhten Sterblichkeitsrisiko assoziiert. Bei Frauen waren diese Muster ähnlich", schrieb die deutsche Ärztezeitung zu der US-Studie. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko wird bei Frauen ab einem Taillenumfang von mehr als 80 Zentimetern angenommen, bei Männern ab mehr als 94 Zentimetern.

Hätten die Wissenschafter allerdings BMI und Taillenumfang gemeinsam ausgewertet, fanden sie verschiedene Risikokonstellationen in der Altersgruppe über 65. Zum Beispiel ging Übergewicht bei Männern – unabhängig vom Taillenumfang – mit einer geringeren Sterblichkeit einher. Eine Adipositas vom Grad I und II war ausschließlich bei Männern mit einem erhöhten Taillenumfang weiterhin mit einem niedrigeren Mortalitätsrisiko assoziiert. Im Gegensatz dazu seien sowohl Untergewicht unabhängig vom Taillenumfang als auch ein normaler BMI bei gleichzeitig erhöhtem Taillenumfang bei Männern und Frauen mit einer erhöhten Sterblichkeit in Zusammenhang gestanden.

"Die vorliegende Studie verdeutlicht das sogenannte BMI-Paradoxon bei älteren Menschen", schrieben die Wissenschafter abschließend. So könne ein höherer BMI schützend wirken, während ein normaler BMI ein erhöhtes Risiko verschleiern könne, wenn gleichzeitig ein größerer Taillenumfang vorliege.

Für die Ursachen des Paradoxons existiert bereits eine plausible Erklärung. "Der BMI kann nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheiden", sagte dazu Garron Dodd von der Universität Melbourne in Australien. Bei Menschen über 60 Jahre könne ein niedriger BMI außerdem häufig eher auf einen Verlust an Muskelmasse als auf einen geringen Körperfettanteil hindeuten. Dementsprechend wichtig sei es, die Muskelmasse durch Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung zu erhalten.

This photograph taken on March 17, 2026 shows obesity doctor and consultant Swati Pradhan explaining a body mass index (BMI) chart at her clinic in Mumbai. A deluge of weight-loss drugs is set to transform the global fight against obesity as India prepares to unleash low-cost generic versions of injections like Ozempic after a key patent expired on March 20, 2026. (Photo by Indranil MUKHERJEE / AFP)

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