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Die Resultate zeigten bei den 47 Cannabis-Konsumenten einen um rund 23 Prozent höheren Testosteronspiegel im Vergleich zu den 47 Nicht-Konsumenten. Laut den Studienautoren sei die Ursache für diesen Anstieg spezifisch in den Hoden zu finden. Die Produktion von männlichen Geschlechtshormonen, den Androgenen, in den Nebennieren sei nicht betroffen gewesen. Cannabis scheine somit eine direkte Wirkung auf die Leydig-Zellen in den Hoden zu haben, welche das Testosteron produzieren.
Die Forschenden warnten jedoch davor, den Anstieg des Hormonspiegels als Indikator für eine bessere Spermienqualität zu interpretieren. Der Zusammenhang zwischen Testosteron und Fruchtbarkeit sei sehr komplex. Der beobachtete Anstieg könnte eine kompensatorische Reaktion des Körpers auf eine verringerte Empfindlichkeit bestimmter Hormonrezeptoren sein. Es sei auch möglich, dass Männer mit von Natur aus höheren Testosteronwerten eher zu risikoreichem Verhalten und damit zum Cannabiskonsum neigten.
Obwohl Cannabis bestimmte biologische Mechanismen der Fortpflanzung zu beeinflussen scheine, blieben die genauen klinischen Folgen für die Fruchtbarkeit junger Männer unklar, heißt es in der Mitteilung weiter. Weitere Forschung sei notwendig, um mögliche Langzeitwirkungen zu bewerten. Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Angewandte Humantoxikologie in Basel. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Communications Medicine" publiziert.
Die Ergebnisse bestätigen frühere großangelegte Studien aus Dänemark und den USA, die ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und höheren Testosteronwerten fanden. Ältere, kleinere Studien hatten teils widersprüchliche oder gegenteilige Effekte nahegelegt.
(S E R V I C E - Fachartikelnummer DOI: 10.1038/s43856-026-01469-x)






