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Der Gebäudekomplex der Casti Amanti zählt zu den bedeutendsten Grabungsbereichen Pompejis. Er umfasst neben Wohnräumen auch eine vollständig erhaltene Produktionsanlage mit Backofen, Lagerräumen und Arbeitsbereichen. In den angeschlossenen Stallungen waren bereits in der Vergangenheit weitere Equiden entdeckt worden, die vermutlich zum Antrieb von Mühlsteinen und für den Transport von Getreide eingesetzt wurden.
In archäologischen Berichten wird oft der Begriff "Equide" verwendet, wenn anhand der Knochen zunächst nicht sicher bestimmt werden kann, ob es sich um ein Pferd, einen Esel oder ein Hybridtier wie ein Maultier handelt. Erst die laufenden Untersuchungen der Knochen können möglicherweise klären, um was es sich handelte.
Nach Angaben der Forscher stellt die Freilegung des Tieres den ersten Schritt der Untersuchung dar. Laufende Laboranalysen sollen Aufschluss über die Funktion des Tieres im wirtschaftlichen Betrieb sowie über die Umstände seines Todes beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. geben.
Die Erkenntnisse könnten zudem dazu beitragen, das Verhalten von Tieren während der Naturkatastrophe und die Abläufe der Eruption besser zu verstehen. Pompeji biete aufgrund seines außergewöhnlichen Erhaltungszustands die Möglichkeit, das Zusammenspiel von Lebensräumen, wirtschaftlichen Tätigkeiten, Menschen und Tieren umfassend zu erforschen, meinte der Direktor des Archäologischen Parks Pompeji, Gabriel Zuchtriegel. Er betonte, die archäologische Stätte sei weit mehr als ein Ort bedeutender Kunstwerke und Wandmalereien. Sie ermögliche auch Einblicke in die Schicksale der Menschen und Tiere, die von der Vesuvkatastrophe betroffen waren.
Im Jahr 79 n. Chr. zerstörte der Vesuv die Stadt Pompeji und begrub sie unter mehreren Metern Asche und Bimsstein. Während der zweiten Phase der Eruption - nach dem Fall der Lapilli - wurden die Menschen von einer heißen Wolke aus vulkanischer Asche erfasst, die sich um ihre Körper verfestigte. Mit der Zeit zersetzten sich die Körper und organischen Materialien, wodurch Hohlräume in der verhärteten Asche entstanden.
Im 19. Jahrhundert begannen Archäologen, diese Hohlräume mit Gips zu füllen, um die ursprüngliche Form der Opfer sichtbar zu machen. Diese Technik wurde 1863 erstmals systematisch vom Archäologen Giuseppe Fiorelli angewendet. Nachdem der Gips ausgehärtet und die Asche entfernt worden war, erschienen erstaunlich detaillierte menschliche Figuren, oft mit den Knochen im Inneren erhalten. Pompeji ist der einzige Ort der Welt, an dem solche Zeugnisse in dieser Form rekonstruiert werden konnten.
Gabriel Zuchtriegel, director of the Pompeii Archaeological Park, speaks with an AFP journalist in the Hall of Mysteries, in the 'Villa of Mysteries' which has been partly retiled with solar panels, on April 15, 2024 in Pompeii. The photovoltaic tiles look just like the ancient tiles of Pompeii but have solar cells inside, allowing the UNESCO World Heritage Site to preserve its aesthetics while generating clean energy to illuminate its frescoes..The project is in its early stages but experts say the tiles could one day play a part in helping historic centres across Italy turn green. The scheme weds emerging technologies with extraordinary murals unearthed in 1909 from under metres of volcanic ash at the Villa of the Mysteries, buried along with the rest of the city when Vesuvius erupted nearly 2,000 years ago. (Photo by Andreas SOLARO / AFP)






