ABO

Quereinsteiger - Obergrenze für Wiederkehr bei einem Zehntel

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Beim Berufseinstieg von Quereinsteigern soll nachgebessert werden
©Heiko Wolfraum, APA, Themenbild
Ein Zehntel der neu angestellten Lehrkräfte waren zuletzt Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit passendem Studium und einschlägiger Berufserfahrung, die erst nebenbei eine pädagogische Ausbildung nachholen. Ähnlich viele werden dieses Schuljahr erwartet, mehr sollten es für Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) nicht werden. "Die aktuelle Aufteilung von ca. zehn Prozent ist eine gute Maximaldurchmischung." Den Berufseinstieg der Quereinsteiger will er verbessern.

von

News auf Google bevorzugen

Auch wenn der Quereinstieg in der Not als Maßnahme gegen den Lehrermangel erfunden wurde, bringe er auch jetzt, wo die Personalsituation sich in vielen Bereichen bessere, durch die Erfahrungen aus der Privatwirtschaft und die neuen Perspektiven "einen echten Mehrwert in die Schulen", betonte der Minister im APA-Gespräch. Mittlerweile sei das Interesse an dem Modell auch so groß, dass man zur Qualitätssicherung sehr selektiv auswählen kann, wer das Zertifikat für den Quereinstieg bekommt. Die grundsätzliche Zufriedenheit mit der Tätigkeit sei bei den Quereinsteigern hoch, die Zahl der Aussteiger gering.

"Optimierungsbedarf" sieht der Minister aber bei der Frage, wie der Berufseinstieg der Neo-Lehrerinnen und -Lehrer gestaltet wird. Laut aktuellen Untersuchungen der Pädagogischen Hochschulen (PH) bringen Quereinsteiger in der Regel große Motivation und Lernbereitschaft mit und trauen sich auch die Bewältigung schwieriger Situationen im Unterricht zu, werden aber durch eine "vielfach unzureichende" Begleitung zu Beginn, unklare Rollen und hohe Belastung durch die Stundenverteilung demotiviert. "Wir müssen die Eingangsphase intensivieren, um so den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern und zu verbessern", betonte Wiederkehr. Zu den Expertenempfehlungen gehören etwa strukturierte Mentoringprogramme, Unterrichtsbeobachtung durch und bei Kolleginnen und Kollegen, Lerncoachings und Reflexion im Rahmen der PH-Lehrveranstaltungen.

An der berufsbegleitenden pädagogischen Ausbildung der Quereinsteiger will Wiederkehr - anders als ebenfalls empfohlen - hingegen vorerst nichts ändern. Sie umfasst derzeit ein Arbeitspensum von einem bis eineinhalb Jahren Vollzeitstudium, bei einem klassischen Lehramtsstudium sind es fünf bzw. sechs Jahre. Für Wiederkehr ist die Gesamtzahl der Stunden, die inhaltlich und pädagogisch von den Quereinsteigern nachgeholt werden müssen, trotzdem "ausreichend".

Auch ein früherer Praxiskontakt etwa durch Beobachtung des Unterrichts erfahrener Lehrer, damit Quereinsteiger nicht am Schulbeginn das erste Mal seit ihrer Matura in einem Klassenzimmer stehen, ist derzeit nicht geplant. Aktuell gibt es vor dem ersten Schultag für sie nur verpflichtende Einführungsveranstaltungen in den letzten beiden Ferienwochen, bei denen es um Grundlagen in Schulorganisation, Pädagogik und Didaktik geht.

Das Pilotprojekt zum Quereinstieg auch in der Volksschule, das Wiederkehr noch zu seiner Zeit als Wiener Bildungsstadtrat initiiert hatte, ist aus Sicht des Ministers gut angelaufen. "Es gibt hohe Zufriedenheit sowohl der quereinsteigenden Personen als auch der Schulen damit." Bei positiver Evaluierung geht er von einer Ausweitung aus. "Es ist im Regierungsprogramm vorgesehen." Das aktuelle Modell existiert nur für allgemeinbildende Fächer (etwa Deutsch oder Geografie) an Mittelschulen, AHS und Berufsbildender mittlerer und höherer Schule (BMHS) bzw. in der Sonderpädagogik.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER