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ABSCHLUSSQUOTE SEKUNDARSTUFE: In Österreich schließen 59 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Sekundarstufe II (Lehre, berufsbildende mittlere Schule, AHS-Matura, BHS bis zum 3. Jahr) in der Mindestdauer ab. In der OECD ist dieser Wert mit 76 Prozent deutlich höher. Nach einem zusätzlichen Jahr steigt der Wert in Österreich auf 72 Prozent (OECD: 82 Prozent), nach zwei Jahren auf 78 Prozent (OECD: 85 Prozent). (B.3.3)
"AKADEMIKERQUOTE": 2025 lag der Anteil der Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei 38 Prozent (OECD-Schnitt: 43 Prozent). Das entspricht in Österreich dem Wert von 2024, im OECD-Schnitt gab es einen Anstieg von einem Prozentpunkt. Beim Begriff "Akademikerquote" ist aber Vorsicht geboten: In Österreich werden von der OECD mittlerweile nicht nur Hochschulabschlüsse dazugezählt, sondern auch bestimmte Schulabschlüsse (BHS-Abschlüsse gelten im internationalen Vergleich als tertiäre Kurzausbildungen, Anm.). Über einen Bachelor-, Master/Diplom- bzw. Doktorabschluss verfügen in Österreich dagegen nur 22 Prozent (OECD: 35 Prozent). (A1.1.)
ALTER DER LEHRKRÄFTE: Der Anteil der Lehrerinnen und Lehrer, die 55 Jahre oder älter sind, lag in Österreich 2024 an den Volksschulen bei 20 Prozent und in der Sekundarstufe bei 25 Prozent. Das entspricht jeweils in etwa dem OECD-Schnitt. Umgekehrt gibt es in Österreich deutlich mehr Lehrer-Nachwuchs als in den anderen Industriestaaten. An den Volksschulen sind in Österreich immerhin 32 Prozent der Lehrkräfte unter 35 Jahren und in der Sekundarstufe 27 Prozent - in der OECD beträgt dieser Prozentsatz nur 24 bzw. 20 Prozent. (Table 4)
AUSGABEN PRO SCHÜLER/STUDENT: In Österreich betrugen diese 2023 von der Volksschule bis zur Hochschule kaufkraftbereinigt pro Kopf durchschnittlich 18.831 US-Dollar (ohne Forschungsausgaben an Hochschulen). Damit lagen sie weit über dem OECD-Schnitt von 14.865 Dollar. Gleiches gilt auch für die jeweiligen Einzelbereiche Volksschule, Sekundarstufe und Hochschulen.
BESCHÄFTIGUNGSQUOTEN: Je höher der Bildungsstand, desto eher sind die 25- bis 64-Jährigen auch erwerbstätig - mit einer Einschränkung. Die Beschäftigungsquote bei Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss beträgt in Österreich 58 Prozent, bei AHS-Maturanten, BMS- und Lehrabsolventen sind es 77 Prozent. Bei BHS-Maturanten sind es 86 Prozent, bei Bachelor-Absolventen sinkt die Quote allerdings wieder auf 82 Prozent (Grund dafür dürfte sein, dass die BHS-Matura im Unterschied zum Bachelor gleichzeitig eine Berufsausbildung ist, Anm.). Die höchsten Beschäftigungsquoten weisen Master- und Diplomstudiumsabsolventen bzw. Personen mit Doktorat/PhD (jeweils 90 Prozent) auf. (A3.1)
BILDUNGSAUSGABEN: Österreichs Bildungsausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung lagen 2023 exakt im OECD-Schnitt: In Österreich wie auch in den anderen Industriestaaten wurden 4,7 Prozent des BIP für Bildungseinrichtungen vom Primar- bis Tertiärbereich verwendet. Rechnet man die Forschungsausgaben an Hochschulen nicht dazu, fällt Österreich dagegen etwas ab - in Österreich würden dann 4,0 Prozent des BIP für Bildung verwendet, in der OECD 4,3 Prozent. Anders sieht es aus, wenn man nur die Regierungsausgaben (also ohne Privatausgaben) heranzieht: Dann würde in Österreich (4,4 Prozent bzw. ohne Forschungsausgaben 3,7 Prozent) mehr ausgegeben als im OECD-Schnitt (3,9 Prozent bzw. 3,6 Prozent). (C1.4.)
BILDUNGSNIVEAU: In Österreich verfügten 2025 13 Prozent der 25- bis 64-Jährigen höchstens über einen Pflichtschulabschluss (OECD: 18 Prozent). 46 Prozent absolvierten als höchsten Bildungsabschluss die Sekundarstufe 2 (v.a. Lehre, berufsbildende mittlere Schule, AHS-Matura, BHS bis zum 3. Jahr; OECD: 35 Prozent), drei Prozent eine postsekundäre nicht-tertiäre Ausbildung (z.B. Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, bestimmte Uni- oder FH-Lehrgänge; OECD: vier Prozent). 15 Prozent haben als höchsten Abschluss eine sogenannte kurze tertiäre Ausbildung (v.a. BHS-Matura, ehemalige Pädagogische Akademien; OECD: sieben Prozent). Sechs Prozent der 25- bis 64-Jährigen haben ein in Österreich im internationalen Vergleich relativ spät eingeführtes Bachelorstudium (OECD: 20 Prozent) abgeschlossen, 15 Prozent ein Master- oder Diplomstudium (OECD: 14 Prozent) und ein Prozent ein Doktoratsstudium (OECD: ebenfalls ein Prozent). (A1.1)
HOCHSCHULABSCHLUSSQUOTE: In Österreich verfügten 2024 bereits 44 Prozent der 25- bis 34-Jährigen über einen Abschluss im Tertiärbereich (v.a. Hochschulen plus BHS-Matura). Das liegt unter dem OECD-Schnitt (48 Prozent). Zum Vergleich: Fünf Jahre davor waren es in Österreich noch 42 Prozent und im OECD-Schnitt 45 Prozent. (A1.2)
KLASSENGRÖSSEN: In Österreich sind die Klassen relativ klein: Im Volksschulbereich saßen 2024 im Schnitt 19 Kinder (OECD: 21) in einer Klasse, in AHS-Unterstufen und Mittelschulen 21 (OECD: 23). Seit 2015 hat sich die durchschnittliche Klassengröße an den Volksschulen damit in Österreich um einen Kopf erhöht, in den AHS-Unterstufen und Mittelschulen ist sie gleich geblieben. (D2.3.)
LEHRERGEHÄLTER: Pädagogen verdienen in Österreich zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere und in allen Schultypen mehr als im OECD-Schnitt. Lag 2025 bei Volksschullehrern schon das Einstiegsgehalt mit 67.576 US-Dollar (kaufkraftbereinigt) pro Jahr über dem OECD-Schnitt (48.038), ist der Abstand beim Höchstgehalt mit rund 118.140 US-Dollar noch größer (OECD: 77.033). Ähnlich verhält es sich in der Sekundarstufe I (Ö: 67.576 Start-, 125.164 Endgehalt; OECD: 49.712 bzw. 79.800) und der AHS-Oberstufe (Ö: 67.576 bzw. 138.423 US-Dollar; OECD: 51.155 bzw. 82.451 US-Dollar). Im Vergleich zu anderen Hochschulabsolventen in ihrem Land stehen Lehrer in Österreich dagegen etwas schlechter da: So verdient ein Lehrer in der Volksschule 76 Prozent vom durchschnittlichen Akademiker-Gehalt, in der Sekundarstufe I sind es 83 und in der AHS-Oberstufe 90 Prozent (im OECD-Schnitt: 87 bzw. 91 und 95 Prozent). (D3.1, D3.2)
LEHRERMANGEL: Zwischen dem Schuljahr 2017/18 und 2024/25 hat sich an den Schulen der Anteil der Stellen, die durch nicht vollständig ausgebildete Lehrkräfte besetzt werden (z.B. Lehramtsstudierende, Quereinsteiger), in Österreich von 3,2 Prozent auf 6,7 Prozent mehr als verdoppelt. In der OECD liegt er mit 9,1 Prozent aber deutlich höher (2017/18: 7,3 Prozent). (Table 1)
UNTERRICHTSZEIT: In der Volksschule unterrichten die österreichischen Lehrer pro Schuljahr 783 Netto-Stunden (also nicht Unterrichtsstunden). Das liegt leicht über dem OECD-Schnitt (770). Ganz anders dagegen in den anderen Schulformen: In den AHS-Unterstufen und Mittelschulen kommen die heimischen Pädagogen mit 625 Stunden auf deutlich weniger Unterrichtszeit als in der OECD (710 Stunden). Gleiches gilt für AHS-Oberstufe (Österreich: 584 Stunden, OECD: 678) und die berufsbildenden Schulen (Österreich: 587, OECD: 685). (D.4.1.)
ZUFRIEDENHEIT DER LEHRKRÄFTE: Die österreichischen Lehrerinnen und Lehrer erreichen Spitzenwerte bei der Zufriedenheit mit ihrem Job. Demnach sind 72 Prozent der Lehrkräfte an den Mittelschulen und AHS-Unterstufen mit ihrem Gehalt sehr zufrieden oder zufrieden. Das ist Platz zwei hinter den Niederlanden und weit über dem OECD-Schnitt (39 Prozent). 82 Prozent sind mit ihren Beschäftigungsbedingungen abseits des Gehalts sehr zufrieden oder zufrieden - auch das ist ein Wert im Spitzenfeld und weit über dem OECD-Schnitt (68 Prozent). Nicht so glücklich sind die Lehrerinnen und Lehrer allerdings mit ihrer Einschätzung der Wertschätzung des Lehrberufs in der Gesellschaft. Nur 21 Prozent sind der Ansicht, der Beruf werde in der Gesellschaft geschätzt - das entspricht allerdings praktisch genau dem OECD-Schnitt.
ARCHIV - 15.01.2026, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ein Schüler schreibt mit einem Kugelschreiber in ein Heft. (zu dpa: «Neuer Pisa-Schock – Was hilft für bessere Bildung?») Foto: Michael Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
