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Neuer Smartsensor-Handschuh soll Tastdiagnosen unterstützen

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Linzer Forschende stellen Technologie in Fachjournal "Science Advances" vor
©Vera Pamminger, APA
Ärztliche Untersuchungen mittels Abtasten - die Palpation - sind oft ein erster Schritt in Richtung Diagnose. Der jahrhundertelang erprobten Praxis steht gegenüber, dass die Ergebnisse naturgemäß subjektiv geprägt sind. Ein Linzer Start-up wartet nun mit einem mit dehnbaren Sensoren bestückten Spezialhandschuh auf, der objektivere, vergleichbare Informationen über die Gewebebeschaffenheit liefern soll. Das Team stellt die Technologie im Fachblatt "Science Advances" vor.

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Mit dem manuellen Abtasten lassen sich ohne großen Aufwand viele Informationen über unterhalb der Haut liegendes Gewebe, von Organen oder auch zum Zustand von Gelenken sammeln. Medizinerinnen und Mediziner führen die Palpation daher seit jeher mannigfaltig durch. Ein wichtiger Anwendungsbereich ist etwa auch das Aufspüren von Hinweisen auf Tumore, wie sie das Abtasten der Brust liefern kann. Allerdings sind die Ergebnisse, zu denen verschiedene Praktikerinnen und Praktiker kommen, mitunter recht unterschiedlich.

Echte Daten, mit denen etwa Entscheidungen zu weiteren Untersuchungen für eine Diagnose untermauert werden könnten oder die erlauben, einen Langzeitvergleich anzustellen, fehlen, wie die Linzer Forschenden in ihrer Arbeit schreiben. Abhilfe könnte das "DigiPalp"-System des Linzer Jungunternehmens sendance GmbH bringen, die im Frühjahr für ihre Technologie zur präzisen Anpassung orthopädischer Hilfsmittel an den Körper den hochdotierten Houskapreis in der Kategorie "Forschung & Entwicklung in KMU" gewonnen hat. Dabei handelt es sich um eine Ausgründung auf Basis von Forschungserkenntnissen der von Martin Kaltenbrunner geleiteten "Abteilung Physik der Weichen Materie" der Universität Linz.

Herzstück der Entwicklung ist ein mit selbstentwickelten Berührungssensoren und von einer externen Firma ersonnenen, magnetischen Positionssensoren in den Fingerspitzen ausgestatteter, flexibler Handschuh. Die Kombination aus den Daten zum Widerstand des Gewebes in Form von Druck und den räumlichen Informationen erlaubt es, in Echtzeit eine Art per Hand durchgeführten Scan eines Körperteils anzufertigen. In ihrer Publikation zeigen die Forschenden um die Studienerstautorin Vera Pamminger von sendance und der Uni Linz, wie auf diese Weise u.a. ein gesamter Oberkörper manuell abgetastet und gleichzeitig digital abgebildet werden kann.

Dabei konnte man sechs verschiedene Härtegrade des Gewebes erkennen und darstellen sowie auch kleinere simulierte Knötchen, die Tumoren nachempfunden waren, mit dem Spezialhandschuh aufspüren. "Momentan handelt es sich um einen Prototyp", betonte Pamminger im Gespräch mit der APA. Sollte sich aber eine interessierte Firma für einen konkreten Anwendungsfall interessieren, könnte man das System recht rasch weiterentwickeln, betonte die Forscherin.

Ein solcher wäre etwa neben dem Auffinden von Gewebehärteanomalien auch das Vermessen von Körperteilen. So könnte zum Beispiel ein Orthopäde mehr oder weniger automatisiert Abstände an einem Knie oder Knöchel messen und Positionen von Knochen bestimmen, ohne dabei ein Maßband zu bemühen, erklärte Pamminger. Klinische Studien mit dem neuen System seien aktuell noch nicht geplant, hieß es.

(S E R V I C E - https://dx.doi.org/10.1126/sciadv.aeh1033 )

LINZ - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Vera Pamminger/Vera Pamminger

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