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Flugplatz Altenrhein feiert hundertjähriges Bestehen

Aktualisiert
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Enge Verbindungen zu Vorarlberg
©ALEXANDER KLEIN, Afp, APA
Der grenznahe Flugplatz Altenrhein (St. Gallen), quasi Vorarlbergs Heimatflughafen und bedeutsam für regionale Wirtschaft und Tourismus, feiert am Wochenende sein 100-jähriges Bestehen. Zu den Highlights gehört einer der letzten Auftritte der Schweizer Kunstflugstaffel Patrouille Suisse. Die Flugshow hatte im Vorfeld bei den Vorarlberger Rheindelta-Gemeinden wegen Umweltbedenken und Lärmbelästigung für Unmut gesorgt, das Land Vorarlberg stimmte unter Auflagen dennoch zu.

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Die Geschichte Altenrheins als Luftfahrtstandort, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, begann laut Angaben der Festveranstalter 1926 mit dem Bau eines Flugfelds der Flugzeugwerft Dornier. Flugzeugbauer Claude Dornier, zunächst enger Mitarbeiter von Luftschiffbauer Ferdinand Graf von Zeppelin in Friedrichshafen (Baden-Württemberg), wich nach dem Ersten Weltkrieg auf die andere Seite des Bodensees aus, weil der Friedensvertrag von Versailles ein Flugzeug-Bauverbot vorsah. In Altenrhein errichtete Dornier Produktionshallen und finanzierte einen Flugplatz mit einer 600 Meter langen Graspiste. Die ersten Linienflüge starteten Ende der 1920er-Jahre nach Basel, Innsbruck und München.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden aus den Dornier-Werken, aufgekauft von Claudio Caroni, die Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein (FFA). Der Flugplatz wurde in der Folge vor allem für Bau und Revision von Schweizer Militärflugzeugen genutzt. Mehrere Eigentümerwechsel folgten. 1988 erhielt die Rheintalflug Seewald GmbH des Vorarlberger Luftfahrtunternehmers und Piloten Rolf Seewald nach ihrer Ansiedelung in Altenrhein die Konzession zu Linienflügen nach Wien. Im Februar 1989, kam es zu einem schweren Unglück: Eine aus Schwechat kommende Maschine stürzte bei Nebel im Landeanflug auf Altenrhein in den Bodensee. Alle elf Insassen, darunter Sozialminister Alfred Dallinger (SPÖ), GPA-Zentralsekretär Richard Wonka und die Pilotin des Bedarfsflugs, Seewalds Frau Brigitte Seewald, starben.

Im Frühjahr 1991 wurde ein Instrumentenanflugsystem mit dem Eröffnungstag der Rheintalflug nach Wien in Betrieb genommen, wie es auf der Homepage der Airline "People's" heißt. Die Fluggesellschaft des Vorarlbergers Markus Kopf bietet seit 2011 bis zu zweimal täglich Wien-Flüge von Altenrhein aus an. Austrian Airlines, die ab 1991 eng mit der Rheintalflug kooperierten und diese 2001 übernahmen, stellten die Altenrhein-Wien-Verbindung 2013 ein. Seither wird die Strecke allein von "People's" bedient, zudem werden Ferienziele angeflogen. Die erweiterte Nutzung machte einen Ausbau der Flugplatz-Infrastruktur nötig.

Die Entwicklung hin zu einem Regionalflughafen wurde von der Bevölkerung teils kritisch gesehen. Schon seit den 1950er-Jahren gab es Beschwerden von Anrainern aus der Schweiz und Österreich wegen der Auswirkungen des Flugbetriebs. Diskutiert wurde über die Nähe zum Naturschutzgebiet Rheindelta, die Zahl der Flugbewegungen, die Benützung des Luftraums, Lärm-Obergrenzen und Betriebszeiten-Beschränkungen, was schließlich in staatsvertragliche Regelungen mündete.

So musste auch das 100-Jahr-Jubiläum, das von 28. bis 30. August mit einer Flugshow gefeiert wird, zuvor mit Österreich abgestimmt werden. An den drei Tagen werden unter anderem historische Maschinen, Rettungshubschrauber, ein Zeppelin, Fallschirmsprünge und Modellflieger präsentiert. Die Flying Bulls zeigen einen Auszug aus der Aviatik-Sammlung von Red Bull. Höhepunkt ist am Samstag der Auftritt der Patrouille Suisse. Laut einem Bericht des ORF Vorarlberg geht man von 35.000 Besucherinnen und Besuchern aus.

(S E R V I C E - 100 Jahre Flugplatz Altenrhein unter https://100jahreflugplatz.ch)

ALTENRHEIN - SCHWEIZ: FOTO: APA/APA/AFP/ALEXANDER KLEIN

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