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Die 18-Jährige verlangt eine österreichweite Bestandsaufnahme, wo die digitale Grundausstattung fehlt. Ein Kriterienkatalog soll dann klar festlegen, was ein Klassenzimmer für verlässlichen digitalen Unterricht braucht, und ein konkreter Umsetzungsfahrplan erstellt werden. Laut einer Schulleiter-Befragung in der aktuellen Ausgabe der PISA-Studie besucht nur etwa die Hälfte der 15- und 16-Jährigen eine Schule, die ausreichend und in passender Qualität mit digitalen Endgeräten, Internetzugang und digitalen Lernplattformen ausgestattet ist.
Die jüngst beschlossene Verschiebung der Geräteinitiative durch das Bildungsministerium ist für Senk ein "falscher Ansatz". Günstige Laptops und Tablets sollen ab dem Schuljahr 2027/28 erst am Ende der 2. Klasse Mittelschule bzw. AHS-Unterstufe an die Kinder ausgegeben werden und damit eineinhalb Jahre später als bisher. Junge Menschen müssten aber lernen, Informationen zu überprüfen, Quellen einzuschätzen und digitale Werkzeuge verantwortungsvoll zu nutzen. "Dass sie im Alltag ein Smartphone bedienen, bedeutet noch lange nicht, dass sie das alles bereits können", kritisierte die neue Bundesschulsprecherin.
Einen weiteren Schwerpunkt will die 18-Jährige in diesem Schuljahr auf die Förderung von Begabungen setzen. Konkret soll in der Oberstufe nach Vorbild des an einigen Standorten angebotenen Flexzeiten-Modells ein Teil der Unterrichtszeit so organisiert werden, dass Schülerinnen und Schüler - begleitet durch Lehrkräfte - individuell an ihren Lernzielen und Interessen arbeiten können, sei es durch Förderunterricht in Mathe oder Vertiefung in einem naturwissenschaftlichen Projekt.
Die rote Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) hat unterdessen am Montag per Aussendung einmal mehr eine Direktwahl der Bundesschulsprecherin bzw. des Bundesschulsprechers gefordert. Derzeit entscheiden die 27 Landesschulsprecherinnen und -sprecher und zwei Vertreter der Zentrallehranstalten, wer die 1,1 Mio. Schüler gegenüber Politik und Bildungsministerium vertritt. Die Schülerunion, die 19 der 29 Sitze in der Bundesschülervertretung und 112 der 136 Sitze auf Landesebene innehat, stellt heuer zum 22. Mal in Folge die Bundesschulsprecherin. Für AKS-Bundesvorsitzende Julia Greiner fehlt durch den Wahlmodus die demokratische Legitimation und auch die Möglichkeit, dass Schüler ihrer Vertretung das Vertrauen bei der nächsten Wahl wieder entziehen. Die AKS erinnerte in dem Zusammenhang an rassistische und menschenverachtende Chats der Schülerunion, die kurz vor den Sommerferien bekanntgeworden waren.
In der Schülerunion ist man grundsätzlich offen für eine Änderung des Wahlmodus, betonte Bundesobmann David Makai gegenüber der APA. Allerdings könne man Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in der Schülervertretung engagieren, keinen umfangreichen Wahlkampf zumuten. Derzeit werben die Schulsprecher bei einem Hearing um Stimmen oder klappern dafür die Oberstufenklassen an ihrem Standort ab. Ein rein digitaler Wahlkampf für den Posten des Bundesschulsprechers wäre laut Makai theoretisch möglich, die Wahlbeteiligung läge dann aber wohl noch unter jener bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) mit zuletzt 22 Prozent. Beim von der AKS kritisierten Chat-Skandal habe es wiederum schon im Sommer eine breite Aufarbeitung gegeben. Jene Mitglieder, die die problematischen Äußerungen geschrieben hatten, habe man aus dem Verein ausgeschlossen. Gleichzeitig ist es für Makai gesamtgesellschaftlich ein Problem, was in Chats mitunter geschrieben wird. Der Bundesvorstand setze hier auf Sensibilisierung der 30.000 Mitglieder, immerhin würden Schülervertreter als Multiplikatoren gesehen.
