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NEOS kritisieren Lehrergewerkschaft

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++ ARCHIVBILD ++ Lehrer und NEOS sind sich nicht grün
Die NEOS haben am Donnerstag Blockaden im Bildungsbereich kritisiert. Von der Lehrergewerkschaft komme ein "reflexartiges Nein zu allen Vorschlägen", sagte Bildungssprecherin Martina von Künsberg Sarre bei einer Pressekonferenz. Diese fand anlässlich des 1. Mai statt, den die NEOS nicht als Tag der Arbeit, sondern als Tag der Bildung begehen. Die Kindergärten sollten Bundeskompetenz sein, forderte Künsberg Sarre außerdem einheitliche Standards in der Elementarbildung.

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"Keine Reform ist eine gute Reform", sei die Meinung des obersten Lehrergewerkschafters Paul Kimberger. Dem Appell des AHS-Lehrergewerkschafters Herbert Weiß (beide FCG), dass sich Bildungsreformen stärker auf die Kindergärten und nicht auf die Gymnasien konzentrieren sollten, hielt Künsberg Sarre entgegen, dass es überall Reformen brauche. Es gebe viele andere Stakeholder, die nicht automatisch "Nein, das wollen wir nicht" sagen würden, fügte sie hinzu. Der Gewerkschaft riet sie, "bei sich selbst anzufangen und zu überlegen, 'Was wäre eigentlich für die Kinder gut?'"

Aktuell mischen Bund, Land und Gemeinden im Kindergartenbereich mit, was zu unterschiedlichen Qualitätsstandards in den Ländern führt, so die NEOS-Bildungssprecherin. "Verblödet" sei dieses System in einem kleinen Land wie Österreich, weil das für viel Verwaltungsaufwand sorge und dabei viel Effizienz verloren gehe. Sie forderte ein bundesweites Qualitätsrahmengesetz für die Elementarbildung, in dem Ausbildungen, Anstellungserfordernisse, Fachkraft-Kind-Schlüssel und Gruppengrößen definiert sind.

Auch die Finanzierung soll aus einer Hand - durch den Bund - erfolgen. Künsberg Sarre wünscht sich eine Kindergartenplatzfinanzierung mit Aufschlägen für Inklusion oder nach sozioökonomischem Hintergrund. Die Vereinheitlichung sei Teil der Reformpartnerschaftsgespräche. Es sei allen klar, dass es unterschiedliche Standards gibt, und dass man sich weiterentwickeln müsse, sagte die Bildungssprecherin auf Nachfrage. Man könne aber "nicht von heute auf morgen" alle Standards ganz oben ansetzen.

NEOS-Klubobmann Yannick Shetty lobte bereits Erreichtes - etwa den Chancenbonus für Brennpunktschulen, den Ausbau der Deutschförderung und die Lehrplanreform mit weniger Latein und mehr KI-Bildung. Im Budget stünden für 2027 und 2028 insgesamt 340 Millionen Euro für Reformprojekte bereit, die unter anderem in das zweite verpflichtende Kindergartenjahr fließen sollen. In die Politik sei durch die Regierungsbeteiligung und NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr "nach Jahrzehnten des Stillstands" Bewegung gekommen, so Shetty.

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