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Die separaten Deutschförderklassen und -gruppen für die zuletzt knapp 50.000 außerordentlichen Schülerinnen und Schüler wurden 2018/19 eingeführt. Seither müssen Schulanfänger und Quereinsteiger aus dem Ausland, die laut dem Zuteilungstest MIKA-D Probleme mit der Unterrichtssprache haben, ab acht Kindern am Standort bis zu zwei Jahre lang maximal 20 Stunden pro Woche in eigenen Klassen oder Gruppen in Deutsch gefördert werden. Nur Fächer wie Werken, Musik oder Turnen verbringen sie mit ihrer Stammklasse. Halbjährlich werden ihre Deutschkenntnisse überprüft - wer sich verbessert, aber trotzdem noch mangelhaft Deutsch spricht, wechselt in eine Regelklasse und erhält parallel im Ausmaß von sechs Wochenstunden Förderung in einem Deutschförderkurs. Wer laut MIKA-D ausreichend Deutsch spricht, braucht gar keine Deutschförderung mehr.
Nach einem halben Jahr in der Deutschförderklasse mussten zwei Drittel in dieser bleiben. Ein Viertel konnte in eine Regelklasse wechseln, musste aber noch parallel einen Deutschförderkurs besuchen, sechs Prozent brauchten gar keine Deutschförderung mehr. Nach einem Jahr war dann nur mehr ein Drittel in der Deutschförderklasse, 43 Prozent im Deutschförderkurs und 13 Prozent ganz ohne Deutschförderung mehr. Knapp jeder Zehnte befand sich nicht mehr in Österreich. Nach eineinhalb Semestern befanden sich noch zwölf Prozent in der Deutschförderklasse und 35 Prozent im Deutschförderkurs. Knapp 44 Prozent benötigten gar keine Deutschförderung mehr. Nach zwei Jahren endet automatisch der Status als außerordentlicher Schüler bzw. Schülerin - dementsprechend gibt es dann auch keine Deutschförderklassen oder -kurse mehr.
Österreichweit erhalten elf Prozent der Volksschüler bzw. Volksschülerinnen eine Deutschförderung - jeweils rund die Hälfte in eigenen Deutschförderklassen bzw. in Deutschförderkursen. Am höchsten ist der Anteil logischerweise in der Vorschulklasse (62 Prozent) bzw. der ersten Klasse (23 Prozent), in höheren Schulstufen sinkt er.
Nach Urbanisierungsgrad ist der Anteil der Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler (also Kinder in der Volksschule, Mittelschule, Sonderschule und Polytechnischen Schule) in den Städten mit 14 Prozent am höchsten. In kleinen Städten und Vororten beträgt er knapp sieben Prozent, in ländlichen Gebieten knapp drei Prozent. Das spiegelt sich auch in der Bundesländer-Verteilung: In Wien befindet sich knapp jedes sechste Kind bzw. Jugendliche in einer Pflichtschule in einer Deutschförderung. In Oberösterreich beträgt der Anteil 7,5 Prozent, in der Steiermark und Vorarlberg jeweils knapp über sechs Prozent. Auf die niedrigsten Werte kommt das Burgenland mit unter vier Prozent.
Im Jahresvergleich hat die Zahl der außerordentlichen Schülerinnen und Schüler ihren Höhepunkt überschritten. Am höchsten war der Stand kurz nach der Ankunft vieler Flüchtlingskinder aus der Ukraine, zuletzt sank die Zahl der Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse.
Künftig wird das System der Deutschförderung umgestaltet: Ab dem kommenden Schuljahr können die Schulen von den separaten Klassen bzw. Gruppen abgehen, wenn sie dafür andere Konzepte erarbeiten.






