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Der Entscheidung liegt ein umfangreicher historischer Bericht zur systematischen Aufarbeitung zugrunde, verfasst von Alexander Pinwinkler (Universität Wien), Marcus Gräser, Wolfgang Reder und Andreas Reichl (alle drei JKU). Untersucht wurden dabei vor 1930 Geborene, alle vier Betroffenen sind bereits verstorben. Darüber hinaus distanziere sich die JKU von der 1986 erfolgten Verleihung des Ehrendoktorats an den ehemaligen DDR-Minister Gerhard Beil, der auf dieses jedoch bereits 1992 verzichtet hat, hieß es.
"Auch wenn die JKU Linz zur Zeit des nationalsozialistischen Regimes noch nicht existiert hat, tragen Universitäten als gesellschaftliche Institutionen dennoch eine Verantwortung", sagte Rektor Stefan Koch. Aberkannt wurden Asinger das 1982 verliehene Ehrendoktorat der Technischen Wissenschaften, Jelinek die 1989 verliehene Ehrenbürgerschaft, Koller die 1969 verliehene Ehrenbürgerschaft sowie die 1976 verliehene Würde eines Ehrensenators und Mellerowicz das 1983 verliehene Ehrendoktorat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Auch die Kunstuni erkannte Koller die Ehrenmitgliedschaft ab. Alle vier waren NSDAP-Mitglieder und bei der SA, bekleideten teilweise Funktionen wie Mellerowicz, der das "Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat" unterzeichnete sowie als "wehrwirtschaftlicher" Gutachter wirkte. Die TU Berlin nahm 2024 eine an ihn erinnernde Gedenktafel ab und entfernte seinen Namen von einem nach ihm benannten Hörsaal.
Die Erkenntnisse des Berichts und der Umgang mit diesen sowie Ableitungen zur Praxis universitärer Ehrungen werden am 13. April 2026, um 19.30 Uhr im Kepler Salon in der Rathausgasse 5, 4020 Linz, in einer öffentlichen Veranstaltung mit den Verfassern des Berichts diskutiert.
LINZ - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/FOTOKERSCHI.AT/FOTOKERSCHI.AT/ANTONIO BAYER






