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Zwar habe es viele Bewerbungen gegeben, die Qualifikationen hätten aber häufig nicht den gesuchten Profilen entsprochen, hieß es am Donnerstag bei der Schulstart-Pressekonferenz des Landes. "Wir sind noch nicht dort angekommen, wo wir hinwollen", sagte Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP). Sie freute sich aber, dass die Unterrichtsversorgung zum Schulbeginn weitgehend sichergestellt sei. Wo noch Lehrkräfte fehlen, müssen am jeweiligen Schulstandort Lösungen gefunden werden - etwa über Mehrdienstleistungen, Stundenumschichtungen oder den Einsatz von Studierenden und pensionierten Lehrpersonen.
Am Montag starten in Vorarlberg 56.212 Schüler und Schülerinnen sowie 7.019 Pädagogen ins Schuljahr. Für 5.578 Kinder - um 179 weniger als im Schuljahr 2025/26 - wird es das erste Mal sein. Bildungsdirektor Heiko Richter sah in dieser Entwicklung den demografischen Wandel widergespiegelt. An 169 Pflichtschulen wird es für über 14.100 Schüler ein ganztägiges Betreuungsangebot geben, an zehn Standorten werden 42 verschränkte Ganztagesklassen geführt.
Die Landesrätin hob in ihren Ausführungen zum anstehenden Schuljahr zwei Schwerpunktthemen hervor: Zum einen gelte es die Grundkompetenzen gezielt zu stärken, zum anderen betonte sie ein "sicheres und respektvolles Miteinander an den Schulen". Hinsichtlich der Grundkompetenzen - die jüngste PISA-Studie 2025 hat bei österreichischen Jugendlichen beim Lesen und in der Mathematik erneut Leistungsrückgänge ausgewiesen - unterstrich Schöbi-Fink den Anspruch, den Heranwachsenden bis zum Ende des neunten Schuljahrs Lesen und Rechnen beizubringen. In Bezug auf das sichere Umfeld an Schulen stellte sie fest, dass ein respektvolles Schulklima eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen sei.
Bei beiden Schwerpunktthemen habe man bereits Maßnahmen gesetzt, sagte Richter. Die einzelnen Schulstandorte erarbeiteten konkrete Schwerpunkte für die Unterrichtsentwicklung, bestehende Lese-Initiativen sollen weiter ausgebaut werden. In Sachen Schulsozialarbeit haben alle Pflichtschulen entweder ein stationäres Angebot am Standort oder Zugang zu mobiler Schulsozialarbeit. Ausgebaut wurden auch die Angebote der Schulpsychologie und der Koordinationsstelle Mobbing.
Zum Thema Kopftuchverbot sagte Richter, dass bei Verstößen abgestufte Handlungsabläufe vorgesehen seien. Im ersten Schritt werde die Schülerin zum Abnehmen des Kopftuchs gebeten, kommt sie dem nicht nach, sollen Gespräche mit den Eltern folgen. Der letzte Schritt würde eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft sein. "Uns ist ein diskreter Umgang wichtig, damit die Schülerin nicht stigmatisiert wird", betonte der Bildungsdirektor. Eine weitere Neuerung im neuen Schuljahr betrifft die Suspendierung von Schülern - im vergangenen Schuljahr gab es 167 solcher Fälle. Für Schüler, die länger als drei Tage suspendiert werden, gibt es ab dem neuen Schuljahr eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung.
ARCHIV - 17.08.2023, Niedersachsen, Hannover: Eine Lehrerin schreibt eine Mathematikaufgabe auf eine digitale Schultafel im Klassenraum einer 4. Klasse einer Grundschule. (zu dpa: «An Reformplänen für Lehrerausbildung entzündet sich Kritik») Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
