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"Individuen mit umgekehrtem Geschlecht sind in der Natur wohl weit verbreitet", so das Team um Veronika Bókony (Ungarisches Forschungszentrum HUN-REN, Budapest) und Edina Nemesházi (Veterinärmedizinische Universität Wien): In wild lebenden Amphibien wie Fröschen, in Reptilien wie Echsen und in Fischen wurden sie immer dann gefunden, wenn danach gesucht wurde. Bei Springfröschen (Rana dalmatina) tragen etwa 20 Prozent der männlichen erwachsenen Tiere eigentlich ein weibliches Erbgut, also zwei X-Geschlechtschromosomen statt einmal X und einmal Y. Laut Experimenten würde die Geschlechtsumwandlung am ehesten durch Hitzewellen während der Larvenentwicklung geschehen, also wenn die Frösche noch Kaulquappen sind.
Die Forschenden testeten die sexuelle Anziehungs- und Zeugungskraft der geschlechtsumgewandelten Männchen im Vergleich zu geschlechtskonformen Artgenossen. "Sie sind weder durch Konkurrenz unter Männchen noch durch (weibliche, Anm.) Partnerwahl von der Fortpflanzung ausgeschlossen", schrieben sie. Trotzdem werden diese Frösche aus irgendeinem Grund seltener Väter. "Darüber hinaus zeigen die Nachkommen geschlechtsumgewandelter Männchen eine erhöhte Anfälligkeit für Ranavirus-Infektionen, die bei Amphibien zu einer hohen Sterblichkeitsrate führen", so die Forscherinnen. Laut ihren Modellberechnungen werden kleine Springfrosch-Populationen aus diesen Gründen innerhalb weniger Jahrzehnte aussterben.
(S E R V I C E - Studie: https://doi.org/10.1126/sciadv.aeg3488 )
FRANKFURT/MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Frank Rumpenhorst
